+
Gwen Berry protestiert bei den Panamerikanischen Spielen in Lima gegen Trump.

Panamerikanische Spiele

Signal gegen Trump: US-Athleten Gwen Berry und Race Imboden protestieren

  • schließen

Bei den Panamerikanischen Spielen in Lima demonstrieren Hammerwerferin Gwen Berry und Fechter Race Imboden gegen US-Präsident Trump. Nun drohen ihnen Sanktionen.

Die Kritik an Donald Trump reißt nicht ab. Während Trumps innerparteilicher Herausforderer Bill Weld den US-Präsidenten für den Anschlag in El Paso verantwortlich macht, haben bei den Panamerikanischen Spielen in Lima auch zwei US-Athleten deutlich Stellung gegen Trump bezogen. 

Race Imboden machte den Anfang. Der Florettfechter ließ sich wie auch schon bei der WM 2017 bei der Medaillenzeremonie des Team-Wettkampfes aufs Knie nieder. Er folgte damit dem Vorbild des früheren NFL-Quarterbacks Colin Kaepernick, der mit dem Protest des Kniefalls während der Nationalhymne im Jahr 2016 begonnen hatte. Seitdem haben sich etliche Sportler seinem Protest angeschlossen, was in den USA immer wieder zu kontroversen Diskussionen führt, in die sich auch Präsident Donald Trump einschaltet. 

Protest wie einst bei Olympia 1968

„Wir müssen uns für Veränderungen einsetzen“, schrieb Imboden bei Twitter. Er fühle sich geehrt, die USA bei den Pan Am Games vertreten zu haben und mit Gold und Bronze nach Hause zu fahren. Doch: „Mein Stolz wurde jedoch getrübt durch die zahlreichen Missstände in dem Land, das mir so sehr am Herzen liegt. Rassismus, Waffenkontrolle, Misshandlung von Einwanderern und ein Präsident, der Hass verbreitet.“

Einen Tag später nutzte auch Gwen Berry ihren Gold-Triumph zum Protest gegen Donald Trump und dessen Rassismus. Die Hammerwerferin ahmte dabei den ikonischen Protest von US-Sprinter Tommie Smith und John Carlos bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko nach, der auf die Black-Power-Bewegung zurückgeht. Beim Erklingen der amerikanischen Nationalhymne hob sie ihre rechte Faust empor und senkte den Kopf.

Berry sagte „USA Today“, sie liebe ihr Land, aber „wofür wir im Moment stehen, ist extreme Ungerechtigkeit“. Jemand müsse über die Dinge sprechen, die zu unangenehm seien, um darüber zu sprechen. „Es muss etwas gesagt werden“, so Berry. „Wenn nichts gesagt wird, wird auch nichts getan, nichts wird korrigiert, nichts wird geändert."

Berry und Imboden droht eine Strafe

Beide Goldmedaillengewinner müssen nun mit Sanktionen rechnen. Wegen Missachtung der Teilnahmebedingungen für Athleten, die einen Verzicht auf Demonstrationen politischer Natur beinhaltet, wolle das Leitungsgremium des US-amerikanischen Olympischen und Paralympischen Komitees (USOPC) mögliche Konsequenzen prüfen.

Lesen Sie auch unsern Kommentar: Das Foto mit dem Waisenkind: ein Tiefpunkt im Auftrag der Selbstinszenierung

Bereits zu Beginn der Spiele hatte sich Leichtathletik-Legende Carl Lewis für mehr Gerechtigkeit im Sport ausgesprochen. „Wir haben einen rassistischen und einen frauenfeindlichen Präsidenten, der niemanden außer sich selbst schätzt“, sagte Lewis auf die Frage nach Gleichstellung der Geschlechter im Sport. (mit sid)

Das könnte Sie auch interessieren:

Trumps Peinlichkeiten: Alle peinlichen Momente des US-Präsidenten

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare