LeBron James von den Los Angeles Lakers reagiert auf die Trump-Kritik an den Protesten in der NBA.
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LeBron James von den Los Angeles Lakers reagiert auf die Trump-Kritik an den Protesten in der NBA.

Basketball in den USA

Black Lives Matter: Trump findet NBA-Proteste „erbärmlich“

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Die Profi-Basketballer in den USA protestieren bei ihren Spielen gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Donald Trump findet das gar nicht gut.

  • Donald Trump, Präsident der USA, kann mit den NBA-Protesten nichts anfangen
  • NBA-Superstar LeBron James reagiert auf die Aussagen von Trump
  • Trump schaltet den Fernsehen aus, wenn Spiele der NBA gezeigt werden

Florida - Die NBA befindet sich in Orlando in der sogenannten „Bubble“ und setzt die wegen der Corona-Krise unterbrochene Saison fort. Unter strengen Hygienevorschriften und mit täglichen Tests auf das Coronavirus wollen Liga und Teams die Spielzeit zu Ende bringen und im Oktober einen Meister küren. 22 Franchises sind auf dem Gelände von Disney World dabei, für die anderen Teams ist bereits Pause. Insgesamt umfasst das erarbeitete Hygienekonzept der NBA 113 Seiten - und es scheint ausgezeichnet zu funktionieren.

Donald Trump kritisiert NBA und wirft Akteuren Respektlosigkeit vor

Von Spiel eins an gab es Proteste von Spielern und Verantwortlichen der einzelnen NBA-Teams. Die Akteure dürfen Botschaften auf ihren Trikots stehen haben, tragen Shirts mit der Aufschrift „Black Lives Matter“ und gehen beim Abspielen der US-Nationalhymne vor jedem Spiel auf die Knie, um so gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit zu protestieren. Donald Trump, amtierender Präsident der USA, äußerte sich bei einem Auftritt in der Talkshow „Fox and Friends“ zu den Protesten in der NBA: „Ich denke, dass es erbärmlich ist. Wir haben mit der NBA hart gearbeitet, dass sie wieder spielen können und nun sehe ich, dass jeder während der Nationalhymne kniet. Das ist für mich nicht akzeptabel.“ Donald Trump wirft der Liga Respektlosigkeit vor und kündigte zudem an, keine Spiele der NBA mehr schauen zu wollen. „Wenn ich Leute sehe, die knien und damit unsere Flagge und die Hymne nicht respektieren, dann schalte ich persönlich meinen Fernseher einfach aus“ so Trump weiter.

LeBron James, Superstar der NBA und Spieler von Mitfavorit Los Angeles Lakers, ließ diese Kritik von Donald Trump nicht auf sich sitzen. Der 35-Jährige, der sich in den vergangenen Jahren immer wieder politisch aktiv zeigte, kontert die Aussage des Präsidenten mit einem Lächeln: „Ich glaube wirklich nicht, dass die Basketballgemeinschaft traurig darüber ist, ihn als Zuschauer zu verlieren. Das Spiel wird weitergehen, auch ohne dass er zuschaut. Uns könnte es nicht egaler sein.“ James nutzte die Gelegenheit, um die US-Bürger auf die Prädidentschaftswahl in den USA zu erinnern, bei der sich Donald Trump zum zweiten Mal wählen lassen will. „Ich hoffe, dass jeder sieht, welche Führung wir an der Spitze unseres Landes haben. November steht kurz bevor und es ist ein großer Moment für uns als Amerikaner. Wir wollen eine Besserung, wir wollen Wandel und wir haben die Möglichkeit, dies zu tun“, so LeBron James.

Trump-Kritik an NBA: Doc Rivers ruft zur Wahl im November auf

Der Small Forward der Lakers ist nicht die einzige Person aus dem NBA-Tross, die auf die Aussagen von Donald Trump reagierte. „Wir haben einen verloren. Es kümmert mich wirklich nicht. Wir wissen, dass die Gerechtigkeit auf unserer Seite ist, oder?“ sagte Doc Rivers, Trainer der Los Angeles Clippers. „Es ist lebenswichtig wählen zu gehen. Ich werde nicht sagen, ob ich für Präsident Trump oder dessen demokratischen Herausforderer Joe Biden stimmen werde. Ich habe meine Meinung, wie ihr wisst. Ich bitte nur jeden dringend,wählen zu gehen. Wir haben so hart gekämpft“, so der Coach weiter. (smr)

Unterdessen verzichteten ein Spieler und ein Trainer aus der NBA am Kniefall beim Abspielen der Nationalhymne und ernteten dafür heftige Kritik. NBA-Profi Dennis Schröder hat die Basketball-Blase in Orlando verlassen - es ging um die Familie.

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