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„Das war gewaltig“, fand der deutsche Equipe-Chef Klaus Roeser nach dem starken Ritt von Isabell Werth.

Reitsport

Trotz Patzern zum Titel

Die deutschen Dressurreiter holen EM-Gold.

Isabell Werth winkte nach dem entscheidenden Ritt den jubelnden Fans zu und strahlte. Angeführt von der Ausnahmereiterin verteidigte das deutsche Dressur-Team bei der Europameisterschaft in Rotterdam am Dienstag seinen Titel. Es war die insgesamt 24. Goldmedaille einer deutschen Mannschaft bei kontinentalen Meisterschaften. „Einfach geil“, kommentierte Equipe-Chef Klaus Roeser: „Das ist einfach eine sehr gute Truppe.“

Schon vor den letzten Ritten der Konkurrenz war klar, dass Deutschland in der Dressur das Maß der Dinge bleibt. „Das war gewaltig“, sagte Roeser nach Werths Ritt. Für die 50 Jahre alte Rekordreiterin aus Rheinberg war es das 18. EM-Gold. Silber gewann die britische Equipe, EM-Bronze ging an Gastgeber Niederlande. Zum siegreichen Team in Rotterdam gehörten außerdem Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Dalera, Dorothee Schneider aus Framersheim mit Showtime und Sönke Rothenberger aus Bad Homburg mit Cosmo.

Werth mit bestem Ergebnis

Dass die vielen Erfolge nicht selbstverständlich sind und plötzlich etwas dazwischen kommen kann, zeigte sich auch in Rotterdam. Dem deutschen Team unterliefen unerwartete Patzer. „Man sieht, wie schnell Fehler passieren, die sonst das ganze Jahr nicht passieren“, sagte Rothenberger. „Wir hatten hier nicht die besten Ergebnisse, die wir schon bei anderen Turnieren hatten.“

Das galt besonders für Rothenberger selber, der bei dem Ritt mit Cosmo ungewohnte Schwierigkeiten hatte. „Leider war ich in der Galopptour nicht so konzentriert“, gab der 24-Jährige zu. Viele Prozentpunkte kostete vor allem „der große Patzer in der Rechtspirouette“, sagte der Reiter.

Das ist im Vergleich zu den anderen Teams „Jammern auf hohem Niveau“, wie Schneider die Fehler in ihrem Grand Prix am Montag bezeichnete. Die 50-Jährige zeigte mit Showtime nach Werth und Bella Rose das zweitbeste Ergebnis des deutschen Teams. Angesichts des Mannschaftsgolds konnte auch Jessica von Bredow-Werndl am Dienstag wieder lachen. Die 33-Jährige hatte am Vortag noch bitterlich geweint, weil ihre Stute Dalera während der Prüfung äpfelte und so ein besseres Ergebnis verhinderte.

Trotzdem erreichte von Bredow-Werndl wie ihre Teamkollegen locker die Qualifikation für den Grand Prix Spezial, in dem am Donnerstag die ersten Einzelmedaillen vergeben werden. Titelverteidigerin ist Werth, die sich vor zwei Jahren in Göteborg knapp vor Rothenberger durchgesetzt hatte.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir da noch Raum zur Verbesserung haben“, sagte Rothenberger zum Einzel: „Ich muss einfach konzentrierter an die Sache rangehen.“ Seit dem peinlichen Auftritt bei der Heim-EM vor vier Jahren ist das deutsche Team bei internationalen Großereignisse ungeschlagen. In Aachen trat die führende Dressurnation 2015 mit dem nicht mehr fitten Wunderpferd Totilas an und erhielt nur Bronze. Anschließend gab es allerdings bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, bei der EM 2017 und der WM 2018 jeweils Gold. (dpa)

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