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Die Akupunktur gehört zum Behandlungsspektrum der Heilpraktik.
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Die Akupunktur gehört zum Behandlungsspektrum der Heilpraktik.

Traumberuf Heilpraktiker

Ochsentour mit Examen

Viele Wege führen zum Ziel. Allein: Manche kosten so viel Geld, dass sich angehende Heilpraktiker den Besuch der Hessischen Heilpraktikerschule Rhein-Main in Hochheim nicht leisten können. "Das ist das Sahnehäubchen", sagt etwa Frank Bürger, medizinisch geprüfter Fußpfleger und frischgebackener Heilpraktiker mit eigener Praxis im Hofheimer Stadtteil Wildsachsen. Er selbst wählte die Ochsentour mit Abend- und Wochenendkursen an einer privaten Heilpraktikerschule - weil er an den übrigen Tagen als Fußpfleger arbeiten musste, um seinen Lebensunterhalt zu sichern.

Etliche tausend Euro kostete ihn der Weg durch die Instanzen. Im Kreis-Gesundheitsamt legte er vor kurzem die Prüfung ab. Nach medizinischer Grundausbildung unter anderem in Anatomie und Physiologie machte sich Bürger während der Ausbildung mit der Heilkunde vertraut. Das heißt, er lernte verschiedene Methoden kennen und entschied sich, Patienten mit Elektro-Akupunktur und Bioresonanz-Therapie zu behandeln. Letztere half ihm selbst, seinen Heuschnupfen in den Griff zu bekommen.

Die Prüfung beinhaltet nur das medizinische Wissen, die Heilkunde bleibt außen vor. Bürger: "Das Heilpraktiker-Examen ist richtig knackig, vergleichbar mit dem zweiten Staatsexamen in Medizin." Die schriftliche Prüfung umfasst 60 Multiple-Choice-Fragen, die zu 75 Prozent richtig beantwortet werden müssen. Die einstündige mündliche Überprüfung besteht aus einem Fachgespräch mit dem Amtsarzt und einem Heilpraktiker oder einem Arzt.

Die Prüfung vor dem Amtsarzt kostet 500 Euro, wer durchfällt, kann beliebig oft wiederholen. Nach Auskunft Bürgers gebe es im Gesundheitsamt Mainz zweimal jährlich Prüfungen mit jeweils bis zu 1000 Teilnehmern. Die Durchfallquote liege bei 75 bis 92 Prozent.

"Da wird kräftig gesiebt, um eine natürliche Auslese zu schaffen", vermutet Bürger. Denn der "Run" auf den Traumberuf Heilpraktiker sei seit Jahren ungebrochen. Es gebe wohl auch so manches schwarze Schaf, das durch den Titel Heilpraktiker auf vermeintlich großen Geldsegen hoffe. Bürger gibt sich da keinen Illusionen hin: "Ich bin jetzt Heilpraktiker, habe ein Schild an der Wand, aber noch wenig vorweisbare Erfahrung." Er setzt auf langen Atem. Weiß, dass er noch viele Füße wird pflegen müssen, um sich zweitberuflich seinen Lebenstraum Heilpraktiker verwirklichen zu können.

Gesetzliche Kassen zahlen den Besuch beim Heilpraktiker nicht, private Kassen sind in dieser Hinsicht großzügiger; vieles ist Verhandlungssache. Gesetzlich Versicherte können eine Zusatzversicherung abschließen, die auch Besuche beim Heilpraktiker übernimmt. kug

FR vom 2.10.2002

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