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Altes, neues Rennen

Der Tradition verpflichtet

  • Jörg Hanau
    VonJörg Hanau
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Aus "Rund um den Henninger-Turm" wird Eschborn-Frankfurt City Loop.

Viele Wochen und Monate der Ungewissheit liegen hinter Bernd Moos-Achenbach. Nach dem Ausstieg des Hauptsponsors Henninger, den Dopingskandalen während und nach der letztjährigen Tour de France, die ein bis dato so nicht gekanntes Veranstaltungssterben auf deutschen Landstraßen nach sich zog, schien es auch um die Zukunft des deutschen Radsportklassikers schlechthin nicht gut bestellt zu sein. Die Sponsorensuche lief schleppend, zu guter Letzt aber sollte sich die Beharrlichkeit des Sulzbachers auszahlen. "Es ist nur den beiden Städten Eschborn und Frankfurt zu verdanken, dass es weitergeht", sagt Moos-Achenbach. In Zahlen: Eschborn steuert 150 000 Euro bei, Frankfurt gibt 100 000 Euro dazu. Damit war ein Grundstock für den Gesamtetat von rund 500 000 Euro gelegt. "Ein bisschen fehlt zwar noch", gesteht Moos-Achenbach, "aber das kriegen wir schon noch hin".

Damit war die 48. Auflage des Frankfurter Radklassikers am 1. Mai gesichert - aus Rund um den Henninger Turm wird Eschborn-Frankfurt City Loop. Ein neuer Name, der Tradition aber weiter verpflichtet. "Auch wenn der Name jetzt Eschborn-Frankfurt City Loop ist, bleibt das Traditionsrennen im Frankfurter Raum mit der leicht geänderten Streckenführung sowie der neuen Zielankunft für mich ein sehr bedeutendes Eintagesrennen in Deutschland", sagt Milram-Kapitän Linus Gerdemann, der am 1. Mai mit seiner Mannschaft zu den Topfahrern zählt. Die einzig verbliebene deutsche ProTour-Mannschaft führt das 17 Teams starke Teilnehmerfeld an. Darunter natürlich auch das dänische Team Saxo Bank mit dem niederländischen Vorjahressieger Karsten Kroon, der sich in diesem Frühjahr mit einem zweiten Platz beim Ardennenklassiker Amstel Gold Race empfahl, und Andy Schleck aus Luxemburg, der am vergangenen Sonntag den ältesten Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich gewann sowie in der Vorwoche beim Flèche Wallone nur knapp geschlagen Zweiter geworden war.

Insgesamt werden vier ProTour-, neun Pro-Continental und vier deutsche Continental-Teams am 1. Mai in Eschborn an den Start der 190,8 Kilometer langen Schleife durch den Taunus gehen. Neben Milram und Saxo Bank zählen Rabobank (mit dem Vorjahresdritten Maurico Ardila) sowie das unter der sportlichen Leitung des Hessen Jens Zemke stehende Team Cervelo (mit Tour-de-France-Etappensieger Simon Gerrans) zu den favorisierten Mannschaften.

"Der Rennverlauf ist ähnlich, da die klassischen Steckenelemente erhalten bleiben. Die Schlussrunde ist ansteigend, daher kann ich mir wieder Chancen ausrechnen", sagt Fabian Wegmann. Der amtierende deutsche Meister, der sich nach dem Ende des Gerolsteiner-Teams zu Saisonbeginn dem Team Milram angeschlossen hat, gehört zu jenen Fahrern, die sich berechtigte Hoffnungen auf einen Sieg machen dürfen. Der Westfale ist davon überzeugt, dass auch in diesem Jahr zahllose Radsportfans die Strecke säumen werden: "Das Rennen hat mit seinem festen Termin am 1. Mai eine große Tradition im Rhein-Main-Gebiet. und wird sicher auch mit neuem Namen und neuem Ziel von den Radsportfans angenommen. Schließlich wissen die Veranstalter schon seit langem, wie man ein gutes Rennen organisiert. Ich freue mich sehr auf den Eschborn-Frankfurt City Loop, er ist für mich schon seit Kindertagen ein großes Rennen."

Das gilt auch für Patrik Sinkewitz, der nach Ablauf seiner Dopingsperre darauf brennt, mit seinem neuen tschechischen Team PSK Whirlpool "etwas zu reißen. Der 1. Mai ist und bleibt für mich ein Höhepunkt der Saison", sagt Sinkewitz. Der Hesse hatte sich 2007 in die Siegerliste bei Rund um den Henninger-Turm eingetragen, war am 8. Juni 2007 bei einer Trainingskontrolle in den Pyrenäen aber positiv auf Testosteron getestet worden. Der frühere Deutschland-Tour-Sieger profitierte von der Kronzeugenregelung und wurde nur für ein Jahr gesperrt. "Ich habe für meinen Fehler bezahlt und meine Strafe verbüßt. Jetzt will ich nur noch nach vorne schauen und meine Karriere ein zweites Mal starten."

So sieht das auch Veranstalter Bernd Moos-Achenbach, der im Sinne weiterer Dopingaufklärung im deutschen Radsport ein Zeichen setzen will: "Wenn geständige Dopingsünder nach einer Sperre ihren Sport nicht mehr ausüben können, weil sie kein Team mehr finden oder von Veranstaltern abgelehnt werden, wird die Mauer des Schweigens nicht durchbrochen, sondern noch höher gebaut."

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