Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Will weg aus Dortmund: Mats Hummels.
+
Will weg aus Dortmund: Mats Hummels.

Kommentar zu Hummels

Opa auf Trab

Die Fans von Borussia Dortmund sind frustriert: Der bevorstehende Wechsel von Mats Hummels zu Bayern München sorgt für Verdruss. Aber auch für die Bundesliga ist der Wechsel keine gute Nachricht. Ein Kommentar.

Von Jan Christian Müller

Es ist nicht überraschend, dass auf der Facebook-Seite von Mats Hummels, freundlich formuliert, reges Treiben herrscht. Stellvertretend für die von Enttäuschung getrübte Mehrheitsmeinung angesichts des bevorstehenden Abschieds des BVB-Kapitäns zum FC Bayern sei dieser Satz zitiert: „Mein BVB wird nächste Saison einen klasse Innenverteidiger holen und der langsame Opa ist dann vergessen.“

Es sind Worte, die versuchen, den Frust der Fans durch Trotz zu ersetzen. Denn realistisch ist es natürlich nicht, dass der derzeit beste deutsche Innenverteidiger tatsächlich adäquat ersetzt werden kann. Zumal der „langsame Opa“ Mats Hummels nicht nur als herausragender Fußballspieler für Borussia Dortmund von besonderem Wert ist, sondern auch als meinungsstarker Anführer, sowohl nach innen ins Team hinein, als auch in der Außendarstellung.

Solche Spieler sind selten, solche Spieler sind sehr wertvoll, weshalb es, nüchtern betrachtet, aus Sicht der Bayern vollkommen nachvollziehbar ist, für Hummels viel Geld zu bezahlen. Und ebenso nüchtern betrachtet, ist es auch aus Sicht des Spielers verständlich, dass seine Karriereplanung nun einen Wechsel zum nationalen Branchenführer vorsieht. Profisport auf diesem Hochleistungsniveau hat rein gar nichts mehr mit dem Klubmarketingsprech von „Echter Liebe“ zu tun, in dem strategisch erfolgreich eine Fußballwelt beschrieben wird, die es auf der Südtribüne gibt, aber natürlich nicht auf dem Rasen.

Für die Bundesliga ist der bevorstehende Wechsel des Weltklassespielers keine gute Nachricht. Mit dem Duo Jérôme Boateng/Mats Hummels verfügt der FC Bayern künftig um die beste Innenverteidigung aller europäischen Topklubs und entfernt sich in der gediegenen Personalausstattung noch mehr von den nationalen Mitbewerbern. Das dürfte mit Blick auf das große Ganze in Deutschland nicht gut für die Wettbewerbsfähigkeit sein, zumal der in diesem Jahr einzige halbwegs ernsthafte Bayernverfolger fundamental geschwächt wird.

Ligaboss Christian Seifert müht sich, das Thema kleinzureden. Das ist sein Job, den er professionell erledigt. Aber er weiß natürlich auch: Der Leuchtturm Bayern München dürfte mit Hummels nun in der globalisierten Fußballwelt noch sichtbarer werden, und die Bayern sehen sich sportlich mit dem fußlahmen Großvater in der Innenverteidigung im Premiumwettbewerb Champions League zurecht noch besser gerüstet. An dieser Benchmark orientiert sich der Fußball-Großkonzern. Er wäre fahrlässig, würde er sein Portfolio nicht mit Hummels vervollständigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare