Tour de France

Tour ohne Degenkolb

Radprofi konzentriert sich dafür auf die WM.

Die kommende Tour de France wird wohl ohne Klassikerspezialist John Degenkolb stattfinden. Der Geraer vom Team Trek-Segafredo teilte am Samstag mit, dass er voraussichtlich nicht zum Aufgebot seiner Mannschaft für die am 6. Juli in Brüssel beginnende Frankreich-Rundfahrt gehören wird.

„Wir haben im Team verschiedene Optionen durchgespielt, und Stand jetzt ist es so, dass ich die Tour dieses Jahr nicht fahre und wir den ganzen Fokus auf Richie Porte und das Gesamtklassement richten“, sagte der 30-Jährige, der 2018 die neunte Tour-Etappe nach Roubaix gewonnen hatte. Es sei „eine Entscheidung, die ich voll akzeptiere, denn ich habe ja schon früher gesagt: Was gut ist für das Team und die jeweiligen Ziele, ist gut für uns alle.“

Eine finale Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen, „aber nach sechs Teilnahmen in Folge ist der Verzicht in diesem Jahr für mich auch zu verschmerzen, und es gibt ja auch neben der Tour noch andere sehr schöne Rennen und Ziele für mich“.

Das fast sichere Tour-Aus trifft den früheren Roubaix- und Sanremo-Sieger nicht so hart, weil Ende September die Weltmeisterschaft in Yorkshire ansteht. Darauf legt er seinen Fokus, denn in der Palmarès fehlt noch der WM-Titel. Der Kurs in der englischen Grafschaft weist ein klassikerähnliches Profil auf.

Womöglich spielt auch Degenkolbs auslaufender Vertrag bei Trek eine Rolle. Nach drei Jahren deutet vieles auf einen Teamwechsel hin, die jüngsten Gerüchte verwiesen auf die belgische Mannschaft Lotto-Soudal. Sie ist aber nicht der einzige Interessent, mindestens drei weitere Rennställe denken über eine Verpflichtung nach.

Degenkolb bestreitet derzeit die Tour de Suisse, bei deren Auftaktzeitfahren am Samstag er Platz 73 belegte. Trek hatte zur Saison 2019 den Australier Porte als neuen Rundfahrt-Star verpflichtet, ab 2020 soll zudem der Italiener Vincenzo Nibali für die Equipe fahren.

Der 34 Jahre alte frühere Sky-Profi Porte war in den vergangenen Jahren als Mitfavorit zur Tour gefahren, dort aber vom Pech verfolgt. 2017 und 2018 musste Porte im BMC-Trikot die Frankreich-Rundfahrt nach schweren Stürzen aufgeben. Er absolvierte als letzten Tour-Härtetest das Criterium du Dauphine. (sid/FR)

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