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Einsam in Hannover: Mirko Slomka.

Hannover 96

Der Totalschaden

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Der Auftritt von Hannover 96 beim 0:7 in München hinterlässt Fragen. "Hatten wir zu viel Respekt? Waren wir bei den Zweikämpfen zu ängstlich?" Die Zweifel an Trainer Slomka wachsen. Von Hendrik Buchheister

Der Auftritt von Hannover 96 beim 0:7 in München hinterließ Fragen. Zwei Beispiele, vorgetragen von Mirko Slomka: "Hatten wir zu viel Respekt? Waren wir bei den Zweikämpfen zu ängstlich?" Eine Erklärung für den Totalschaden gegen den FC Bayern konnte er nicht präsentieren, aber er wird die Probleme beheben müssen so schnell es geht. Als Trainer der Hannoveraner ist Slomka damit beauftragt, den Verein vor dem Sturz in die zweite Liga zu bewahren.

Es war kein schönes Wochenende für die Delegation aus Niedersachsen, das ging mit der Anreise los. Mit dem Zug musste sie nach München kommen, ihr Flug war erwartungsgemäß ausgefallen. Über vier Stunden dauerte die Fahrt im ICE, einige Spieler mussten stehen, weil die Sitzplätze belegt waren. "Nicht gerade traumhaft" seien die Verhältnisse gewesen, sagte Slomka.

Seine Auswahl hatte zuletzt eine positive Entwicklung erahnen lassen. In Hamburg spielte sie 0:0, und über das 4:2 zu Hause gegen Schalke freuten sich die Anhänger der Hannoveraner, als hätte der Verein gerade Lionel Messi ablösefrei verpflichtet. Nach dem 0:7 ist der Verbleib in der Bundesliga wieder in höchster Gefahr. Auch der SC Freiburg hat gewonnen, Hannover ist jetzt Vorletzter.

Klubchef Martin Kind deutete am Sonntag an, nicht überzeugt zu sein von den Übungsmethoden des Trainers; auch könne er bei neun Niederlagen in 13 Spielen unter Slomka nicht von einer geglückten Verpflichtung sprechen. Nächstes Wochenende muss die Mannschaft in Leverkusen antreten, da könne man "nicht mit einem Sieg rechnen", sagte Kind, "aber ein 0:7 sollte sich nicht wiederholen." Entscheidend für den Klassenerhalt seien die beiden letzten Spiele gegen Mönchengladbach und Bochum.

Slomka hat den Relegationsplatz als Ziel ausgegeben; dieser befinde sich "in greifbarer Nähe, der Abstand beträgt ja nur einen Punkt". Und doch drängen sich Fragen auf: Wie, bitte schön, wollen die Hannoveraner ein Endspiel um den Ligaverbleib gegen den FC Augsburg mit Michael Thurk oder am rasenden Millerntor in Hamburg-St. Pauli überstehen? Slomka wäre glücklich, wenn er sich sich nach dem 34. Spieltag mit dieser Thematik befassen dürfte.

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