Tennis

Kerbers Stresstest in der Wüste

In Indian Wells geht es gegen die Spielerin der Stunde ums Finale.

Angelique Kerber wirkte selbst bei ihrem Jubel noch hochkonzentriert. Das 7:6 (7:3), 6:3 gegen Venus Williams entlockte ihr nicht mehr, als ein kurzes Lächeln. Schließlich ist ihre Mission in Indian Wells noch nicht beendet. Der erste Titelgewinn in diesem Jahr ist in greifbarer Nähe. Im Halbfinale am Samstagmorgen (5 Uhr) trifft sie auf eine Gegnerin, die in der Form ihres Lebens ist.

Beim größten Turnier neben den vier Grand Slams beweist Kerber neben ihrem wiederentdeckten Kampfgeist auch die nötige Abgebrühtheit. Sie scheint in der kalifornischen Wüste ganz bei sich zu sein, und in ihrem dritten Halbfinale in Indian Wells nach 2012 und 2013 wird das gegen Belinda Bencic auch nötig sein.

Die Schweizerin ist auf der WTA-Tour die Spielerin der Stunde. Bei ihrem Turniersieg im Februar in Dubai schlug sie vier Top-Ten-Spielerinnen nacheinander. In Indian Wells räumte Bencic die Titelverteidigerin und Weltranglistenerste Naomi Osaka (Japan) mit 6:3, 6:1 aus dem Weg. Das 6:3, 4:6, 6:3 im Viertelfinale gegen Karolina Pliskova (Tschechien) war ihr zwölfter Sieg in Folge.

Bencic schlägt sie alle

„Sie hat viel Selbstvertrauen, speziell nach den letzten Wochen. Das wird kein einfaches Match, es wird ein richtiger Kampf. Aber für diese Matches spiele ich“, sagte Kerber: „Wir trainieren oft zusammen. Sie weiß genau, wie ich spiele. Andersrum ist es genauso.“ Zuletzt waren auch die Topspielerinnen der WTA-Tour gegen Bencic chancenlos. „Der Druck liegt nicht bei mir. Ich versuche, nicht daran zu denken, wer auf der anderen Seite steht“, sagte Bencic zu ihrer Siegesserie.

Kerber ist gewarnt. Zumal sie drei der vier Duelle mit Bencic auf der WTA-Tour verlor. Lediglich auf ihrem Weg zum Wimbledontriumph im vergangenen Jahr setzte sie sich im Achtelfinale gegen Bencic durch. Kerbers Erfolg beim letzten Aufeinandertreffen beim Hopman Cup Anfang des Jahres im australischen Perth geht nicht in die Statistiken ein. Aber: Auch Kerber wusste auf dem Weg in ihr zweites Halbfinale in diesem Jahr zu beeindrucken. (sid)

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