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Wichtiger Rückhalt ihres Teams: Torhüterin Dinah Eckerle.

Handball

Tattooliebhaberin im Tor

Dinah Eckerle kann die wichtigen WM-Partien gegen Frankreich und Dänemark kaum erwarten.

Dinah Eckerle weiß schon gar nicht mehr, wie viele Tattoos ihren Körper zieren. Doch die Olympischen Ringe oder den WM-Pokal könnte sie wohl noch unterbringen. „Auf dem Rücken ist noch Platz“, sagt Eckerle am Montag und lacht. Die Torfrau der deutschen Handball-Frauen, vom Boulevard nach ihrem famosen Turnierstart wegen des auffallenden Körperschmucks schon „Tattoo-Dinah“ getauft, sorgt bei der WM momentan aber nicht bloß wegen ihrer vielen Haut-Verzierungen für Aufsehen. Eckerle gilt in der Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener als Schlüsselspielerin.

Im wegweisenden Vorrunden-Doppelpack gegen den dreimaligen Olympiasieger Dänemark am Dienstag (12.30 Uhr/sportdeutschland.tv) und Titelverteidiger Frankreich am Mittwoch will sie mit ihrem Team die Weichen auf Hauptrunde stellen. „Unser Turnierstart war super, er gibt uns und mir Selbstvertrauen. Wir wollen diesen Schwung jetzt mitnehmen“, sagt Eckerle.

Blitzschnelle Reflexe

Die momentane Pole-Position in Gruppe B will die 24-jährige Keeperin von Meister Bietigheim aber nicht überbewerten: „Ich möchte noch keine Prognose stellen. Unsere Gruppe spielt verrückt. Wir wollen weiter Punkte sammeln.“ Punkte für die nächste Runde, und vor allem Punkte für den Traum von Olympia, für den das DHB-Team unter den besten Sieben landen muss. Eckerle ist seit dem Rücktritt von Ikone Clara Woltering nach der Heim-WM vor zwei Jahren die Nummer eins im deutschen Tor. Die vergleichsweise geringe Körpergröße von 1,70 Meter macht sie durch ihr gutes Stellungsspiel und blitzschnelle Reflexe wett. Mit den 17 Paraden zum WM-Start gegen Brasilien hat Eckerle eine erste WM-Kostprobe ihres Könnens gegeben.

Eckerles bisherige sportliche Laufbahn ist beachtlich. Mit damals 16 Jahren debütierte sie 2011 als jüngste Spielerin in der Bundesliga, mit 20 lief sie erstmals für Deutschland auf. Nun ist sie 24 und kann in ihren bisherigen acht Bundesliga-Spielzeiten auf sieben Meistertitel zurückblicken. Ihre Kraft zieht Eckerle aus einer Menge Schlaf („Ich nutze jede freie Minute“) und der Liebe für Tattoos. „Es ist eine Leidenschaft, die immer mal wieder aufflammt. Ab und zu packt mich das Fieber“, sagt Eckerle, die sich stechen lässt, seit sie 16 ist. Die vielen Bilder am rechten Arm und anderen Körperstellen erzählen von familiären Beziehungen und bestimmten Daten, „die ich mit schönen Momenten verbinde“. So prangt an Eckerles Knöchel ein großes D – es steht für den eigenen Vornamen und die Anfangsbuchstaben der beiden Brüder.

Im SWR-Interview bezeichnete die Handballerin ihre Leidenschaft gar als Sucht, es gab Jahre, „da war ich Monate am Stück beim Tätowierer“. Diese Phase sei inzwischen jedoch vorbei, versicherte sie am Montag. In der letzten Zeit habe sich das „ein bisschen beruhigt, aber eine Olympia-Teilnahme wäre ein Anlass. Die Olympischen Ringe sehen sehr schön aus“, sagt sie und schiebt schnell hinterher: „Oder der WM-Titel.“ sid

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