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Tanzen mit dem Staubsauger

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Mit einem Staubsauger, wie ihn hier RTL-Shop-Moderator Walter Freiwald präsentiert, lassen sich Bewegungen gestalten wie beim Tanz.
Mit einem Staubsauger, wie ihn hier RTL-Shop-Moderator Walter Freiwald präsentiert, lassen sich Bewegungen gestalten wie beim Tanz. © dpa

Putzen als Spaßevent: Da ersetzt das Schrubben den Besuch des Fitness-Centers - denn Wischen ist beispielsweise gut für den Beckenboden.

Von Susanne Gabriel

Frankfurt/Main (AP). Bette Midler tut es angeblich zur Entspannung, und Naomi Campbell soll einmal gesagt, im Putzen finde sie Trost: Hausarbeit als Spaßevent ist ein neuer Trend in den USA, der auch in Deutschland immer mehr Anhänger findet. Schrubben, Moppen und Wischen statt Fitness-Center - in Büchern finden Interessierte Tipps, wie der Putztag in ein Wellness-Programm umgewandelt werden kann.

"Putzen gleicht dem Tanzen, was die Gestaltung der Bewegung betrifft", schreibt die Schweizer Ethnologin Katharina Zaugg, die sich seit vielen Jahren auch theoretisch mit dem Putzen beschäftigt. Wer die Gelegenheit nutze und sich in alle Richtungen biege - zur Zimmerdecke oder in die Ecke hinter dem Schrank - habe in wenigen Stunden alle Gelenke gedehnt und angeregt.

Oder Boden wischen in der Hocke: "Eine der besten Übungen für Bauch- Rücken - und Beckenbodenmuskulatur", wie Zaugg festgestellt hat. "Stellen Sie den Schrubber weg", schlägt sie vor. Für Zaugg kann Putzen ein sinnliches Erlebnis sein; Hilfsgeräte wie Staubsauger und Besen betrachtet sie ebenso als Freunde wie die zu reinigenden Gegenstände.

Entsprechend sorgfältig sollte man sie behandeln: "Wenn man sich den Gegenständen beim Putzen mechanisch nähert, weil man sie als 'tote Materie' sieht, schlägt der auf sie ausgeübte Druck auf die Gelenke zurück", schreibt sie.

Badewannenoberflächen beispielsweise würden rau, wenn sie mit zu viel Druck oder zu aggressivem Reinigungsmittel behandelt würden. "Das Reinigen dauert jedes Mal länger. Für Putzmuffel ist dies eine schlimme Folge", erklärt Zaugg.

Sie empfiehlt Putzpartys, wie es sie inzwischen auch in den USA überall gibt: Eine Gruppe von Freundinnen trifft sich, um gemeinsam die Wohnung der einen zu reinigen. Nach Ende des Putzfestes könnten sich alle zu einem Essen treffen oder zu einem Ausflug.

"Putz dich fit!" lautet das Motto der Autorinnen Kathrin Klemp und Christina Niemann. Aber zunächst einmal haben sie eine Reihe von praktischen Tipps parat - mit Essig gegen Kalkreste, ein Schuss Cola reinigt den Abfluss, Salmiak lässt Fugen wieder erstrahlen - gute Hausfrauen wissen so etwas bereits. Was den meisten bisher weniger bewusst war: Putzen ist auch gut für die Figur.

Eine halbe Stunde Fenster putzen verbraucht zum Beispiel 90 Kalorien, 30 Minuten Staubsaugen sogar 105. Beim Abwaschen lassen sich leicht Übungen zur Stärkungen der Bauchmuskulatur machen; und wer beim Staubwischen mit den Füßen wippt, tut etwas für die Waden.

Leckeres Essen als Belohnung

Ecken putzen macht einen knackigen Po und Bettwäschewechsel starke Armmuskeln, wie die Autorinnen schreiben. Bügeln und Unterschränke auswischen sorgt für schöne Oberschenkel. Dehn- sowie Entspannungsübungen runden das Putz-Fitness-Programm schließlich ab.

Auch für absolute Putzmuffel haben die beiden Expertinnen Tipps parat. Sich Rat und Hilfe holen zum Beispiel. Oder mit den Dingen beginnen, die Spaß machen. Wer ganz schnell und dringend eine geputzte Wohnung benötigt, weil sich beispielsweise die Schwiegermutter angekündigt hat, dem empfehlen die Autorinnen einen professionellen Reinigungsservice.

Rezeptvorschläge und Schönheitstipps ergänzen das Fitness-Putz-Programm, denn: "Kochen beruhigt, genau wie das Putzen." Und Lachs-Lasagne mit Brokkoli oder die Gemüsetarte mit Feigen lassen sich ja auch gut servieren bei einer Putzparty, wie sie die Amerikanerinnen veranstalten.

(Katharina Zaugg: "Wellness beim Putzen" (ISBN 3-9523-0420-4, 17,00 Euro) und "Putzrezepte" (ISBN 3-9523-0422-8, 24 Euro), Kathrin Klemp/Christina Niemann: "Putz dich fit!", ISBN 3-485-01105-1, 17,90 Euro)

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