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Wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für ihre Sportart: Snowboarderin Amelie Kober.

TV-Marathon

400 Stunden Wintersport im TV - Snowboarder sind unzufrieden

Stundenlang sitzen die Sportfans im Winter vor dem Fernseher und schauen Biathlon, Skispringen und Co. Der TV-Marathon hat bereits begonnen, doch nicht jedem ist das genug.

Von Von Michael Rossmann und Maximilian Haupt

Mehr als 400 Stunden Wintersport zeigen ARD und ZDF in dieser Saison - doch einige Sportler fühlen sich vernachlässigt. Deutschlands Snowboarder wünschen sich mehr Bildschirm-Präsenz bei den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern.

„Wir würden uns schon mehr Fernsehzeiten wünschen“, sagte die zweimalige Olympia-Medaillengewinnerin Amelie Kober. „Es wäre toll, wenn wir öfter zu sehen wären, weil Sport in Deutschland halt über das Fernsehen gemacht wird. Und vor allem für die jungen wäre es toll, denn das geht über in Medienpräsenz und auch Sponsoren.“

Paul Berg sieht das ähnlich. Der Snowboardcrosser sagte: „Ich würde es gerne öfter sehen.“ Berg sagte aber auch: „Aber das liegt auch an uns. Wenn wir gut fahren, erhöht das die Chance, dass es öfter gezeigt wird.“

ARD und ZDF bieten auch in dieser Saison eine umfangreiche Live-Berichterstattung vom Wintersport, die schon begonnen hat und am kommenden Wochenende ihren ersten Höhepunkt beim Zweiten erlebt. Nordischen Wettbewerbe, Ski alpin, Rodeln und Eisschnelllauf flimmern stundenlang über die Bildschirme.

ARD und ZDF wechseln sich ab, senden in der Regel samstags und sonntags vom Vormittag bis in den frühen Abend. Die Berichterstattung läuft zudem über den Spartenkanal One sowie als Livestream im Internet. Auch Eurosport bietet auf seinen verschiedenen Kanälen ein umfangreiches Wintersport-Programm. Insgesamt 1000 Stunden Berichterstattung verspricht der Privat-Sender. Dazu zählen auch 26 Snowboard-Weltcups.

„Was mich am meisten stört ist, dass oft vierte, fünfte oder achte Plätze gar nicht gewürdigt werden“, kritisierte Kober. „Ich habe das Gefühl, dass das in meiner Kindheit noch anders war. Wenn eine Martina Ertl Fünfte geworden ist, habe ich irgendwie immer das Gefühl gehabt, dass es trotzdem gut war und auch so vermittelt worden ist. Da sollte man wieder zurückfinden, dass man nicht nur die ersten drei so hypet. Das ist auch eine Frage des Respekts.“

Angesichts des umfangreichen Programms sind Klagen von Wintersportlern allerdings eher selten. Felix Neureuther ist beispielsweise „sehr zufrieden“. Der Skirennfahrer hat in der vergangenen Saison wegen seines Kreuzbandrisses viele Skirennen zu Hause am TV gesehen und kam zu dem Schluss: „Die klassischen Rennen waren wunderschön anzuschauen.“ Neureuther ist ein „großer Freund der Wintersportwochenenden“.

(Von Michael Rossmann und Maximilian Haupt)

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