+
Kehrte ins DHB-Team zurück: Martin Strobel (r).

Rückkehrer

Strobel soll DHB-Auswahl zu alter Spielstärke verhelfen

Deutschlands Handballer starten in die EM-Qualifikation, doch im Fokus steht bereits die Heim-WM. Bundestrainer Prokop nutzt die Duelle gegen Israel und Kosovo zum Testen. Ein Europameister von 2016 feiert dabei sein Comeback.

Vor einigen Wochen klingelte bei Martin Strobel das Handy. Eigentlich nichts Außergewöhnliches, doch diesen Anruf hatte der 32 Jahre alte Spielmacher des Handball-Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten nicht erwartet - am anderen Ende der Leitung war Bundestrainer Christian Prokop.

„Er hat sich bei mir erkundigt, ob ich mir ein Comeback vorstellen könnte“, berichtete Strobel vor seiner Rückkehr in die DHB-Auswahl zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen Israel an diesem Mittwoch (19.00 Uhr) in Wetzlar.

Nach dem Superjahr 2016 mit dem EM-Triumph in Polen und Olympia-Bronze in Rio hatte Strobel seine Karriere in der Nationalmannschaft eigentlich beendet. Doch die Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark reizt den Routinier mächtig - und so hat er sich nach Rücksprache mit der Familie auf das Abenteuer eingelassen. „Wenn so ein Ereignis wie die Heim-WM im Januar ansteht, dann muss man nicht lange überlegen. Das ist für jeden Sportler das Größte“, begründete Strobel seine Entscheidung.

Strobel soll dabei helfen, das Spiel der deutschen Mannschaft in erfolgreichere Bahnen zu lenken als dies zuletzt bei der WM 2017 und EM 2018 der Fall war. „Martin ist ein taktisch intelligenter Spieler, der einen ganz starken Charakter hat und in der Mannschaft angesehen ist“, sagte Prokop am Dienstag über den Rückkehrer und betonte: „Das ist eine Nominierung mit Weitsicht.“

Neben Strobel, der 2007 in der DHB-Auswahl debütierte und bisher 135 Länderspiele bestritt, testet der Bundestrainer im Hinblick auf die WM den lange verletzten Leipziger Niclas Pieczkowski und den 22 Jahre alten Youngster Tim Suton vom TBV Lemgo auf der Spielmacherposition. „Dort geht es um die Führung der Mannschaft, das Umsetzen der Taktik und das Ankurbeln des Spiels“, so Prokop.

Steffen Fäth vom Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen ist dagegen in den EM-Qualifikationsduellen mit Israel und Kosovo am kommenden Sonntag nur Reserve. „Dieses Aufgebot ist ein deutlicher Fingerzeig, wer auf dem Weg zur Heim-WM gut im Rennen liegt“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer.

Am 10. Dezember beruft Prokop vor dem Länderspiel gegen Polen zwei Tage später in Rostock seinen 28-köpfigen vorläufigen WM-Kader. Nur wer es dort hineinschafft darf darauf hoffen, zu den 16 Auserwählten zu gehören, die bei der Endrunde wie 2007 für ein Wintermärchen sorgen sollen. „Ich will kein riesiges Casting bis in den Januar hinein“, sagte Prokop. „Wir müssen uns jetzt schon einspielen.“

Strobel will die Chance auf einen letzten Auftritt auf der großen internationalen Bühne nutzen. An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht, auch wenn er nur noch in der 2. Liga spielt. „Ich habe mein Spiel in den letzten zwei Jahren nicht grundlegend verändert. Meine Stärken sind die Spielsteuerung und das taktische Verständnis. Ich versuche, Ruhe ins Spiel zu bringen und mit einem kontrollierten Spielaufbau erfolgreich zu sein“, sagte Strobel. „Letzten Endes wird der Bundestrainer entscheiden, ob er meine Qualitäten braucht oder nicht.“

(Von Eric Dobias, dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion