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Dieter Bremer war früher Sportlehrer. Seit 2002 ist er für die Marathon-Strecke verantwortlich.
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Dieter Bremer war früher Sportlehrer. Seit 2002 ist er für die Marathon-Strecke verantwortlich.

Im Porträt

Der Streckenchef

In Köln wäre alles einfacher. Da endet der Marathon auf der Deutzer Brücke. Dieter Bremer könnte das Ziel bequem 100 oder 200 Meter nach vorne oder hinten

In Köln wäre alles einfacher. Da endet der Marathon auf der Deutzer Brücke. Dieter Bremer könnte das Ziel bequem 100 oder 200 Meter nach vorne oder hinten verschieben, um auf genau 42,195 Kilometer zu kommen, die ein Marathon nun mal hat.

Doch Bremer ist eben Streckenchef des Frankfurt Marathons mit dem Ziel in der Festhalle. Da gibt es nichts zu verschieben. Und so steht der 61 Jahre alte "freiberufliche Rentner", wie er sich selbst nennt, vor einem Problem, wenn er die Strecke verändern muss.

Diesmal können die Läufer den Andreasplatz in Höchst nicht passieren, weil dort gebaut wird, "obwohl uns die Stadt zugesagt hat, dass die Arbeiten rechtzeitig beendet sein würden". Wie dem auch sei, jedenfalls musste Bremer die Streckenführung in Höchst ändern. Mit der Folge, dass die Läufer genau 271 Meter weniger zurücklegen als sie müssten. Tagelang fahndete Bremer nach einem Kringel, den die Sportler zusätzlich bewältigen müssen, um eben auf 42,195 Kilometer zu kommen. In der Innenstadt wurde er fündig.

Die Frankfurter Strecke ist immer anders

Es sind solche Aufgaben, die Dieter Bremer reizen. "Wenn man sich auf eines verlassen kann: Die Strecke in Frankfurt wird nie zweimal hintereinander gleich sein." Vor allem die Baustellen sind es, die Bremer zum Umplanen zwingen. Bisweilen fühlt er sich wie ein Pfadfinder.

Grundsätzliches aber muss Bremer nicht ändern. Der Marathon führt zunächst im Zickzack-Kurs durch die Innenstadt, dann geht es nach Sachsenhausen. Über Niederrad, Goldstein und Schwanheim gelangen die Läufer zur Schwanheimer Brücke und damit nach Höchst. Der Abschnitt tief im Westen der Stadt erinnert an die Anfänge des Frankfurt Marathons in Höchst. Über die unbeliebte Mainzer Landstraße geht es zurück in die Innenstadt. Bremer geht das Gejammer über diese Passage mitunter zu weit. "Auf der Mainzer laufen die Sportler nur drei Kilometer", sagt er. Schließlich sind in der City noch einige Kringel zu drehen, bis die Läufer in die Festhalle kommen.

Einen "Marathon der Begegnungen" hat Bremer geschaffen, seit er im Jahr 2002 erstmals für die Strecke verantwortlich war. In der Innenstadt etwa müssen sich die Zuschauer kaum bewegen, um die Top-Läufer wieder und wieder vorbeiziehen zu sehen. Die Sportler rennen auf parallel verlaufenden Straßen rauf und runter. Einziges Problem dabei: Das Feld ist mitunter 31 (!) Kilometer auseinander gezogen. Das heißt: Wenn die Führenden wieder in die City kommen, haben die Letzten die Innenstadt gerade wieder verlassen. Der anfängliche Abschnitt in der Innenstadt lasse sich deshalb nicht erweitern.

Römerberg kein Thema

Immer wieder hören Bremer und Renndirektor Jo Schindler die Forderung, den Römerberg in die Strecke zu integrieren. Doch solche Überlegungen stünden derzeit "nicht auf unserer Agenda", sagt Schindler. Schließlich sei die Zahl der Veranstaltungen auf dem Römer begrenzt. Und einen Grund, die Innenstadt-Passage wieder zu ändern, sehen Schindler und Bremer ohnehin nicht.

Selbst ist Bremer auch sportlich aktiv. Der langjährige stellvertretende Leiter des Hochschulsportzentrums an der TU Darmstadt ist bereits sechs Marathons gelaufen. Seit 1998 macht er zudem in einem Marathonprojekt Anfänger fit für die 42,195 Kilometer. In sechs Monaten. (geo)

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