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Strahlende Gesichter bei Hertha

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Karsten Heine hat das Training bei Hertha BSC übernommen (Archivbild von 2007).
Karsten Heine hat das Training bei Hertha BSC übernommen (Archivbild von 2007). © Foto: dpa

Als der bewährte Interimscoach Karsten Heine erstmals das Training beim Schlusslicht der Fußball-Bundesliga leitete, wirkte das Ende des Kapitels Favre wie eine Befreiung.

Berlin. Bei Hertha BSC wird nach dem Abschied von Lucien Favre wieder gelacht: Als der bewährte Interimscoach Karsten Heine erstmals das Training beim Schlusslicht der Fußball-Bundesliga leitete, wirkte das Ende des Kapitels Favre wie eine Befreiung.

Nach der letzten Übungseinheit unter dem geschassten Schweizer waren die Profis noch mit ernsten Mienen und hängenden Köpfen vom Trainingsplatz auf dem Olympia-Gelände geschlichen.

Heine sprach noch mit Favre und stellte sich vor den Coach und dessen Co-Trainer Harald Gämperle, der die Profis massiv attackiert hatte. "Es ist einfach schade, dass es so gekommen ist. Lucien Favre ist ein Klassetrainer", betonte der 54-Jährige, mochte aber nicht mehr zurückblicken.

Der Trainer der U23-Mannschaft muss den Tabellen-Letzten nach sechs Liga-Pleiten in Serie nun auf das Europa-League-Spiel am 1. Oktober bei Sporting Lissabon einstellen. Mitreisen soll auch Kapitän Arne Friedrich, der an einem Bluterguss im Oberschenkel laboriert.

Ob Heine auch beim Heimspiel gegen Bundesliga-Spitzenreiter Hamburger SV auf der Bank sitzen wird, ließ er ebenso offen wie Sport-Geschäftsführer Michael Preetz. Eine andere Lösung scheint in der Kürze der Zeit undenkbar, zumal Preetz ankündigte, der Club wolle sich Zeit bei der Trainersuche nehmen.

Heine betonte, seine Person sei unwichtig: "Wichtig ist, dass wir die Talfahrt aufhalten. Das ist aus meiner Sicht unfassbar, dass es so abwärts ging." Mit einfachem Fußball und viel Laufarbeit will er während seines Intermezzos gegensteuern.

Die Spieler schwiegen nach Favres Abschied fast alle. "Es gibt keinen guten Satz für diese Situation, es gibt nur Arbeit", ließ Routinier Pal Dardai kurz wissen. Auf die Frage nach Gämperles Wutausbruch am Vortag reagierte der Ungar gereizt.

Derweil wuchern die Spekulationen über die Nachfolge von Favre, der im Sommer noch vorzeitig für zwei weitere Jahre bis 2013 als Coach im Gespräch war - was den klammen Club jetzt teuer zu stehen gekommen wäre. Laut Preetz wird ein Anforderungsprofil erstellt, Kandidaten nannte er nicht.

Gehandelt werden in den Medien die Ex-Trainer Jürgen Röber und Hans Meyer, die einstigen Hertha-Profis und Preetz-Teamgefährten Eyjölfur Sverrisson und Kjetil Rekdal, nach seinem Abschied in Hannover Dieter Hecking - und Lothar Matthäus. Der Rekordnationalspieler sei im Präsidium genannt worden, hieß es am Rande des Trainingsplatzes. Matthäus ließ allerdings über mehrere Berliner Boulevardblätter wissen, es gebe noch keine Signale aus der Hauptstadt.

Heine ist bei Hertha BSC ein erprobter Nothelfer. Es sei für ihn selbstverständlich gewesen, erneut einzuspringen, hatte Preetz betont, der aber ausdrücklich von einer Interimslösung sprach. Zuletzt hatte Heine vor zweieinhalb Jahren als Nachfolger von Falko Götz und Vorgänger von Favre dazu beigetragen, den Klassenverbleib zu sichern.

1991 musste er als vierter Trainer der Saison am Ende die Trümmer des bevorstehenden Abstiegs verwalten. Von März 1994 bis Ende 1995 war er längere Zeit Chefcoach des damaligen Zweitligisten, der zur Rückserie 1996 Röber holte, unter dessen Regie der Hauptstadt- Club ein gutes Jahr später in die Bundesliga zurückkehrte. (dpa)

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