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Ernüchtert: Richard Freudenberg.

Basketball

Stimmungskiller für die Skyliners

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Die Frankfurter Basketballer verlieren nach Verlängerung gegen Braunschweig mit 80:81. Trainer Sebastian Gleim beklagt kurz vor Weihnachten die dünne Besetzung.

Richard Freudenberg trat gegen den Schaumstoffwürfel, der an der Bande stand, zog sich das Trikot nach oben und fluchte vor sich hin. Kurz zuvor hatte der Flügelspieler der Frankfurt Skyliners den letzten Dreierversuch dieser dramatischen Partie in der Verlängerung gegen die Löwen Braunschweig daneben gesetzt. Nach einem vergebenen Korblegerversuch von Adam Waleskowski landete der Ball in den Händen des 21-Jährigen, der den Wurf aber an den Korbring setzte. 81:82 hieß es nach 45 Minuten vor ausverkauftem Haus am Sonntagabend in der Ballsporthalle. „Das ist enorm ärgerlich“, sagte Freudenberg frustriert.

Nicht nur der vergebene Wurf wurmte den Youngster, der von Spiel zu Spiel immer besser wird. In der regulären Spielzeit hatte er das orangene Leder zum vermeintlichen Sieg in den Korb getippt und wurde schon von seinen Mitspielern gefeiert – bis die Schiedsrichter den Korb nach Videostudium zurücknahmen. Die Uhr war vor dem Treffer schon abgelaufen. „Wir waren die bessere Mannschaft. Wir hätten es verdient zu gewinnen“, sagte Freudenberg, der auf 14 Zähler und zwölf Rebounds kam.

Dass es nicht so kam, hatte mehrere Gründe: Die Skyliners waren zum einen ohne Shaquille Hines und Akeem Vargas angetreten. Quantez Robertson spielte so fast 45 Minuten durch, Joe Rahon, der an Schulterproblemen laborierte, 40 Minuten, Freudeberg knapp 39. Dadurch fehlte ihnen am Ende auch die Kraft.

Zum anderen sind die Hessen in der zweiten Halbzeit mit der Matchup-Zone der Löwen nicht zurechtgekommen. Immer wieder ließen die Hessen sich den Ball abjagen und verspielten so nach und nach einen 17-Punkte-Vorsprung (52:35), den sie bis zur Mitte des dritten Viertels herausgespielt hatten. Vor allem Skyliners-Topscorer Lamont Jones wurde immer wieder gedoppelt, und konnte sich daraus kaum befreien konnte. „Ihre Zone hat es uns versaut. Außerdem haben sie viele schwierige Würfe getroffen“, sagte Waleskowski.

„Ein, zwei Fehler zu viel“

Sebastian Gleim war mit dem Spiel seiner Mannschaft gar nicht mal so unzufrieden. Die Hessen hatten das Reboundduell deutlich für sich entschieden (43:35), 21 Assists verteilt, eine ordentliche Wurfquote von 48 Prozent. „Normalerweise gewinnst du dann so ein Spiel“, sagte der Cheftrainer. Aber zum einen war die einmal mehr miserable Freiwurfquote (nur 14 von 26 Versuchen fanden ihr Ziel), sowie „ein, zwei Fehlerchen“ in der Endphase zu viel, entscheidend für die siebte Pleite im elften Saisonspiel.

Beim Stand von 74:71 verzichtete Richard Freudenberg darauf, Trevor Releford zu foulen, der mit 20 Sekunden auf der Uhr das 74:74 machte. Hätte Freudenberg gefoult, hätte Releford an der Freiwurflinie maximal zwei Punkte machen können. 20 Sekunden vor Ultimo der Verlängerung, schafften es die Skyliners nicht den Ball über die Mittellinie zu bringen, verloren den Ball und Freudenberg blieb nichts anderes übrig, als Releford zu foulen, der dem Skyliners-Youngster dabei unabsichtlich den Ellenbogen an den Hals schlug. Die zwei Freiwürfe verwandelte der Topscorer der Braunschweiger (28 Punkte) sicher. Die Skyliners schafften es auf der anderen Seite nicht, den Ball im Korb unterzubringen.

„Man hat gesehen, dass wir immer noch dünn besetzt sind“, sagte Gleim. Hines soll kommenden Montag in Ludwigsburg auf jeden Fall spielen, bei Vargas ist es noch unklar. „Wir hätten uns alle gerne ein Weihnachtsgeschenk gemacht“, sagte Gleim. Stattdessen gab es einen Stimmungskiller vor den Feiertagen.

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