Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Stein des Anstoßes: Sergio Sagarzazu (links) im Frühjahr 2007 gegen Dynamo Dresden.
+
Stein des Anstoßes: Sergio Sagarzazu (links) im Frühjahr 2007 gegen Dynamo Dresden.

SV Wilhelmshaven vs. DFB

„Der DFB steht vor einem Scherbenhaufen“

SV Wilhelmshaven erhöht den Druck und reicht vor dem Landgericht Bremen Klage auf Wiedereingliederung in die Regionalliga ein.

Von Jan Christian Müller

Der renitente SV Wilhelmshaven lässt die Muskeln spielen und treibt den Norddeutschen Fußballverband sowie den Deutschen Fußball-Bund zum wiederholten Mal in die Defensive. Harald Naraschewski, Aufsichtsratsmitglied des Traditionsvereins vom Jadebusen, hat auf Anfrage der Frankfurter Rundschau die Einreichung einer Klage gegen den Norddeutschen Fußballverband (NFV) beim Landgericht Bremen bestätigt. Der inzwischen in der Bezirksliga Weser-Ems 2 kickenden Klub fordert dort die Wiedereingliederung in die viertklassige Regionalliga, aus der er 2014 abgestiegen war. Dies geschah erstens auf Anweisung des NFV vom Januar 2014, dessen Präsidium mit dem Zwangsabstieg eine Fifa-Strafe durchsetzte, zweitens dann aber auch sportlich im Mai 2014.

„Der DFB hat uns in diesen Rechtsstreit gezwungen, jetzt steht er vor einem Scherbenhaufen“, sagte Naraschewski gestern am Telefon. Dem Rechtsanwalt ist durchaus klar, dass der Norddeutsche Fußballverband kaum in der Lage sein wird, die in der Höhe von ihm öffentlich nicht exakt bezifferten Schadenersatzansprüche zu begleichen. Es dürfte sich dabei um eine Summe jenseits einer Million Euro handeln. Naraschewski weist darauf hin, dass dem Verein durch den Zwangsabstieg bis auf den Torwart sämtliche Spieler und verlustig gegangen und erhebliche Rückgänge der Sponsoreneinnahmen zu verzeichnen gewesen seien. Zudem seien hohe Anlaufinvestitionen nötig, um wieder in der Regionalliga spielen zu können.

Es habe sich seinerzeit um eine „unsägliche Aktion des DFB“ gehandelt, der den Norddeutschen Fußballverband angewiesen habe, eine Fifa-Strafe umzusetzen. Ergo sei der Deutsche Fußball-Bund auch gehalten, für den NFV finanziell einzuspringen. Die letzten Gespräche mit NFV-Präsident Eugen Gehlenborg seien zwar in angenehmer Atmosphäre verlaufen, weil sie aber inhaltlich nicht recht vorankämen, sei die Klage eingereicht worden. „Die Tür, sich ohne Gericht zu einigen, ist noch nicht zu“, so Naraschewski.

Für den DFB wollte deren für Rechtsfragen zuständiger Vizepräsident Rainer Koch sich gestern auf FR-Anfrage nicht äußern, er verwies auf eine Pressekonferenz vom vergangenen Dezember in Frankfurt. Seinerzeit hatten DFB und NFV Satzungslücken zwar eingeräumt, lehnen die Verantwortung für den Abstieg 2014 aber ab. Der Verein habe die Saison schließlich „zu Ende gespielt“ und sei dabei „auch sportlich abgestiegen“. Naraschewski spricht angesichts dieser Argumentation der Verbandsfunktionäre von „Ignoranz und Hochnäsigkeit“.

DFB plant Musterklauseln

Durchaus denkbar, dass NFV und DFB die für sie in der Außendarstellung extrem unangenehme nächste Runde vor Gericht dennoch durchstehen werden, um der Fifa zu signalisieren, dass sie nicht einknicken. DFB-Justiziar Jörg Englisch hat sich bereits an die Arbeit gemacht, „Musterklauseln zu entwickeln, um Rechtssicherheit zu schaffen“ und Fifa-Recht durchzusetzen. Der Wilhelmshavener Naraschewski fordert dagegen, der DFB möge der Fifa die Stirn bieten und „nach deutschem und europäischem Recht und Gesetz“ handeln. DFB-Vize Koch sagt grundsätzlich: „Alle Mitgliedverbände müssen sich den Fifa-Richtlinien unterwerfen“, ansonsten sei ein geordneter Spielbetrieb „nicht möglich“. Zumal: Vielfach befänden sich „deutsche Vereine auf der Gläubigerseite“, denen Entschädigungen von ausländischen Klubs verwehrt würden, „deshalb haben wir Interesse daran, dass Fifa-Recht mitsamt Strafsanktionen durchgesetzt wird“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare