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Stefanos Tsitsipas: Griechenlands große Tennis-Hoffnung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Apetz

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Stefanos Tsitsipas beim Tennisturnier in Monte-Carlo 2022
Stefanos Tsitsipas beim Tennisturnier in Monte-Carlo 2022. (Archivfoto) © Buzzi/Imago Images

Stefanos Tsitsipas ist die griechische Hoffnung auf einen Grand-Slam-Titel. Alles, was Sie über den jungen Tennisspieler wissen müssen.

Athen – Für viele ist er noch ein unbeschriebenes Blatt, in Griechenland ist er die große Hoffnung für den Tennissport. Stefanos Tsitsipas steht mit 23 Jahren nicht nur an den Anfängen seiner Profikarriere, sondern schon ganz oben in der ATP-Weltrangliste. Der Grieche macht seit geraumer Zeit das Teilnehmerfeld der Grand-Slam-Turniere unsicher und stand schon mit Tennisgrößen wie Roger Federer und Rafael Nadal Auge in Auge. Bei den nächsten Wettbewerben hofft Tsitsipas endlich auf seinen ersten großen Erfolg.

Stefanos Tsitsipas: Anfänge, Junior-Tour und Aufstieg in die Weltrangliste

Stefanos Tsitsipas wurde am 12. August 1998 in Athen geboren. Schon mit drei Jahren nahm der Grieche die ersten Tennisstunden bei seinem Vater. Als Sohn eines Tennistrainers und einer WTA-Spielerin wurde Tsitsipas das Tennisspielen in die Wiege gelegt. Wenig überraschend nahm er bereits im Jugendalter an der ITF Junior Tour teil, wo er kleine Turniere gewinnen konnte. Beim Orange Bowl, einem der wichtigsten internationalen Wettbewerbe im Jugendbereich des Tennissports, stand er 2014 und 2015 im Finale.

Kurze Zeit später debütierte Tsitsipas bereits als Profi bei den ersten Junior Grand-Slam-Turnieren. Dort feierte er beachtliche Erfolge: Mit siebzehn überstand er in Paris, New York und London mindestens die erste Runde, bei den Australian Open erreichte er sogar das Viertelfinale. Das öffentliche Interesse am jungen Griechen wuchs, als er im Folgejahr sein Können erneut unter Beweis stellte. Die French Open 2016 auf der ITF Junior Tour waren für Tsitsipas erst im Viertelfinale zu Ende. In Wimbledon und bei den US Open erreichte er sogar das Halbfinale. Seine Erfolge brachten den jungen Griechen an die Spitze der Junioren-Weltrangliste und kurz darauf auch in die ATP-Rangliste der Profiherren.

NameStefanos Tsiitsipas
Geburtstag12. August 1986 in Athen, Griechenland
Größe und Gewicht193 cm, 89 kg
SpielhandRechts, einhändige Rückhand
Karrierebilanz, Einzel (Stand: April 2022)205:102

Nach 14 in Folge gewonnen Matches und vier Future-Einzel-Titeln stand Tsitsipas unter den besten 350 Tennisspielern der Welt. 2016 nahm er bereits an der ATP Challenger Tour teil und präsentierte sich als ambitionierter, aufstrebender Tennisprofi. In Mohammedia und Casablanca erreichte er bei zwei Turnieren in Folge das Finale und sprang in die Top 200 der ATP-Weltrangliste.

Stefanos Tsitsipas: Erste Grand-Slam-Turniere und Kampf in die Weltspitze

2017 war Tsitsipas endgültig in der Welt des Profitennis angekommen und die ersten Grand-Slam-Turniere standen an. Zunächst tat sich der Grieche schwer: Bei den Australian Open scheiterte er bereits in der Qualifikation, die Wimbledon Championships und die French Open waren für den 19-Jährigen bereits nach der ersten Runde vorbei. Auf der Challenger Tour holte er hingegen seinen ersten Titel in Genua. Im Herbst desselben Jahres trat er bei fünf Turnieren der World Tour in der Qualifikation an und schaffte jedes Mal den Sprung ins Hauptfeld. Ein kleiner Meilenstein gelang ihm auf den European Open in Antwerpen, wo er erst im Halbfinale ausschied. Am Ende des Jahres hatte Tsitsipas genug Weltranglistenpunkte gesammelt, um die Saison unter den Top 100 abzuschließen.

Sein neuer Weltranglistenplatz ermöglichte Tsitsipas 2018 die Teilnahme bei den World-Tour-Events. Beim ersten Grand-Slam-Turnier in Australien war erneut in der ersten Runde Schluss. Eine kleine Sensation gelang ihm, als Tsitsipas beim Sandplatzturnier in Barcelona ohne Satzverlust alle Konkurrenten hinter sich ließ und erst im Finale gegen den Sandplatzkönig Rafael Nadal ausschied. Während er beim Grand-Slam in Paris und New York jeweils erstmals die zweite Runde erreichte, schaffte es Tsitsipas an der Church Road in Wimbledon sogar bis ins Achtelfinale. Der bis dato größte Erfolg gelang ihm bei Masters-Turnier in Toronto, wo er mit Novak Djokovic, Alexander Zverev, Dominic Thiem und Kevin Anderson vier Spieler aus den Top Ten der Welt schlug. Im Finale hatte wieder Rafael Nadal die Nase vorne.

Stefano Tsitsipas nach dem Gewinn der ATP Finals
Stefano Tsitsipas nach dem Gewinn der ATP Finals. (Archivfoto) © PRiME Media Images/Imago Images

Der Auftakt im Jahr 2019 beim Grand Slam in Melbourne verlief erfolgreich. Tsitsipas zog bis in Halbfinale ein und besiegte dabei Titelverteidiger Roger Federer eine Runde zuvor. Alle weiteren Turniere der Grand-Slam-Serie erwiesen sich hingegen als Enttäuschung. In London und bei den US Open scheiterte Tsitispas wieder in der ersten Runde, bei den French Open schaffte er es nur unter die besten 16. Gegen Ende des Jahres stieg die Leistungskurve wieder an und das griechische Talent konnte sogar die ATP Finals im Finale gegen Dominic Thiem für sich entscheiden. Dieser Erfolg beförderte Tsitispas am Ende der Saison auf Platz sechs der Welt.

Stefanos Tsitsipas: Halbfinale bei den French Open und Nummer 3 der Welt

Als Sechster der Welt startete Tsitsipas in die Saison 2020. Der Jahresanfang gestaltete sich erneut schwierig. Bei den Australian Open verpasste der 22-Jährige die Endrunde. Erst bei den French Open gewann Tsitsipas wieder an Form, wo er bis ins Halbfinale kam und sich gegen Novak Djokovic in fünf Sätzen geschlagen geben musste. Bei den US Open schied er nach starkem Beginn bereits in der dritten Runde aus.

In den folgenden Spielzeiten festigte Tsitsipas seine Position in den Top Ten der Weltrangliste. Im April gewann er sein erstes Masters-1000-Turnier und spielte sich bis ins Halbfinale der Australian Open, wo er im Viertelfinale den Spanier Rafael Nadal bezwang. Im selben Jahr schlug er noch seinen russischen Kontrahenten Daniil Medvedev auf seinem Weg in das Finale der French Open. Tsitsipas ist der erste griechische Tennisprofi, dem der Einzug in ein Grand-Slam-Finale gelungen ist. Beim Endspiel in Paris verlor er gegen die unangefochtene Nummer Eins, Novak Djokovic. Der Finaleinzug brachte ihn kurzzeitig auf Platz drei der ATP-Weltrangliste.

Stefano Tsitsipas bei den Rolex Paris Masters im Juni 2021
Stefano Tsitsipas bei den Rolex Paris Masters im Juni 2021. (Archivfoto) © PanoramiC/Imago Images

Nach dem Erreichen des Halbfinals bei den Australian Open 2022 hofft Tsitsipas nun endlich auf seinen ersten Grand-Slam-Titel im Verlauf des Jahres.

Stefanos Tsitsipas: Alle Titel und Erfolge (Stand: 13. April 2022)

Grand-Slam-Bilanz (Einzel):0 Titel
Australian Open (0 Siege)-
French Open (0 Siege)-
Wimbledon Championships (0 Siege)-
US Open (0 Siege)-
ATP-Tour-Bilanz (Einzel):8 Titel
ATP Finals1 Titel
ATP Masters 10001 Titel
ATP Tour 5000 Titel
ATP Tour 2506 Titel
Gesamt-Bilanz:8 gewonnene Titel

Stefanos Tsitsipas: Privates und Persönliches

Tsitsipas spricht neben Griechisch auch fließend Englisch und Russisch. Während seiner Tennis-Touren wird er von seinem Vater betreut. Während eines Urlaubs auf der Insel Kreta wäre Tsitsipas im Alter von 16 Jahren beinahe ums Leben gekommen, als ihn starke Strömungen auf das offene Meer hinausgezogen hatten. Sein Vater und ein weiterer Freund schafften es, ihn vor dem Ertrinken zu bewahren. Tsitsipas bezeichnet diese Erfahrung heute als prägend und von Bedeutung für seine weitere Tenniskarriere.

Das bisher erspielte Preisgeld von Stefanos Tsitsipas wird auf etwa 17,5 Millionen US-Dollar geschätzt. (Andreas Apetz)

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