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Geraint Thomas, Sieger der Tour de France, startet auch bei der Deutschland-Tour.

Deutschland-Tour

Stars und Sternchen der Deutschland-Tour

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Die diesjährige Deutschland-Tour glänzt mit Top-Fahrern.

Ein siegreicher Veteran von damals ist diesmal noch dabei, 36 Jahre alt inzwischen, immer noch schnell im Finale und somit einer der Favoriten für den Erfolg in Bonn am Ende der ersten Etappe am Donnerstag. Unter anderem André Greipels Erfolge haben die Renaissance der Deutschland-Tour ermöglicht, die 2008 im Zuge der vielen Dopingskandale und des Rückzugs von ARD und ZDF aus dem Radsport eingestellt wurde. Ab Donnerstag gibt es nun also eine Neuauflage des Rennens, das durchaus traditionsreich ist, die Premiere gab es schon 1911. Aber es gab keine Kontinuität, stattdessen viele Unterbrechungen und immer mal wieder neue Startversuche, meist verbunden mit einem Aufschwung des deutschen Radsports. Doch nach dessen Ende gab es auch die Deutschland-Tour nicht mehr.

Mit der französischen Amaury Sport Organisation (ASO) hat nun der weltweite Marktführer für Radrennen die Regie übernommen. Und zwar für zehn Jahre mit einer Option auf zehn weitere Jahre. Das illustriert, dass die ASO, Ausrichterin unter anderem der Tour de France, sich gute Geschäfte auf dem deutschen Markt verspricht, den sie extrem lukrativ findet, zumal es sich um das bevölkerungsreichste Land in der Mitte Europas handelt, ausgestattet mit einer großen Affinität für das Fahrrad. Hinzu kommen aber eben auch große Erfolge deutscher Sprinter, allen voran Greipel und Marcel Kittel (29), die beide ab Donnerstag dabei sein werden und zusammen 25 Tour-Etappen gewonnen haben. Für die ASO ist diese Kombination aus Struktur und sportlicher Leistung ein Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg der wiederbelebten Veranstaltung.

Aber auch deutsche Nachwuchshoffnungen sind dabei, zum Beispiel der deutsche Meister Pascal Ackermann (24), der dieses Jahr bereits sechs Siege feierte und auf dem besten Wege ist, den Einzug in die Welt der Sprintelite zu schaffen. Außerdem mit dabei ist Maximilian Schachmann (24), stark im Zeitfahren und im Berg, Deutschlands aktuell größte Rundfahrt-Hoffnung. Schachmann gewann im Mai eine Bergetappe des Giro d’Italia.

Vier Tage umfasst das Rennen zunächst, es führt von Koblenz nach Stuttgart, das ist wenig, aber „wir wollten den Anfang eben bodenständig haben und nicht pompös“, sagt Claude Rach, der von ASO für die Deutschland-Tour abgestellte Mitorganisator. Die Etappen sind vielschichtig gestaltet, Sprinter haben gleich am ersten Tag auf dem Weg von Koblenz nach Bonn beste Chancen, danach sind bergfeste Klassikerfahrer gefragt, in den durchaus auch Sprinter eingreifen können – „warum sollte ich da nicht auch was ausrichten können?“, fragt Ackermann.

„Bis bald, Deutschland!“

Bei der Besetzung des Rennens ist durchaus der Einfluss der ASO zu spüren. Elf der 22 verpflichteten Teams entstammen der World Tour, der ersten Kategorie. Aber es sind vor allem die Fahrer, die sie entsenden, die die Deutschland-Tour aufwerten: Der Sieger und der Zweitplatzierte der diesjährigen Tour de France sind dabei, Geraint Thomas aus Wales und der Niederländer Tom Dumoulin, auch der französische Star Romain Bardet. Bardet hat sogar ein Höhentrainingslager absolviert. Er will sich bei der Deutschland-Tour für schweren WM-Kurs in Innsbruck Ende September in Form bringen. Er sagt: „Ich kann es kaum erwarten, die Fans an der Strecke zu sehen. Bis bald, Deutschland!“ Dumoulin betont den besonderen Aspekt, den die Veranstaltung für seine Sunweb-Mannschaft besitzt: „Für uns als deutsches Team ist es ein sehr wichtiges Rennen. Wir haben viel Energie in die Entwicklung des Radsports in Deutschland investiert und die Rückkehr der Deutschland-Tour in den Rennkalender trägt dazu bei. Ich mag die Strecke.“

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