1. Startseite
  2. Sport
  3. Sport A-Z

Stadlers Modellprojekt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Nada lobt das Engagement des Triathleten und des Sponsors - Schenk kritisiert Telekom.

Der zweimalige Ironman-Sieger Normann Stadler und sein neues Triathlon-Team haben sich einem wegweisenden Anti-Doping-Pilotprojekt verpflichtet. "Das ist ein neuer Weg, aber auch der beste, um glaubwürdig zu sein", sagte Stadler am Freitag in Berlin bei der Vorstellung des Konzepts. "Wir sind Ausdauersportler und fallen deshalb auch schnell unter Verdacht." Das Modellprogramm beinhaltet jährlich zehn bis zwölf unangekündigte Kontrollen (die FR berichtete). "Diese bis zu zwölf Kontrollen sind zusätzlich. Es kann deshalb sogar sein, dass wir pro Jahr 20 Mal getestet werden", betonte Stadler. Darüber hinaus werden sowohl Blut- als auch Urinproben eingefroren, um nachträgliche Untersuchungen mit neuen Analysemethoden zu ermöglichen. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) hat das beispielgebende Projekt mitentwickelt. "Nach heutigem Kenntnisstand stellt das Anti- Doping-Konzept dieses Triathlon-Teams das umfassendste Kontrollsystem im Spitzensport dar", so Nada-Geschäftsführer Christoph Niessen. "Das Team schafft damit maximale Transparenz und setzt den Standard für andere."

Der Sponsor beteiligt sich am Konzept. "Einer der größten Fehler im Sponsoring ist, Athleten zu Spitzenleistungen anzutreiben, ohne die Konsequenzen zu berücksichtigen", sagte Matthias Fritton, Kommunikationschef der Dresdner Bank. Ähnlich sieht es Sylvia Schenk, die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) und Anti-Doping-Expertin des Teams: "Der Schlüssel im Kampf gegen Doping sind die Sponsoren. So lange es ihnen nur um Fernsehreichweiten und -minuten geht, ändert sich nichts." Enttäuscht sei sie gewesen, dass die aus dem Radsport ausgestiegene Telekom mit ihrem T-Mobile-Rennstall das Anti-Doping-Programm nicht richtig durchgezogen habe. "Das war nur Kosmetik", urteilte Schenk, die das Triathlon-Konzept als "Optimum der Doping- Bekämpfung" bezeichnete. Begrüßt wird das Modell auch von der Deutschen Triathlon-Union (DTU). "So wird dem Sport bei seiner größten Herausforderung geholfen", sagte DTU-Präsident Rainer Düro. dpa

Auch interessant

Kommentare