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Ein Sprung reicht für Silber

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Blumen für den Zweiten: Martin Schmitt schafft in Liberec ein unglaubliches Comeback.
Blumen für den Zweiten: Martin Schmitt schafft in Liberec ein unglaubliches Comeback. © dpa

Skispringer Martin Schmitt profitiert bei der Nordischen Ski-WM vom plötzlich einsetzenden Schneefall.

Martin Schmitt jubelte nach seinem unglaublichen Comeback auf dem Podest nach acht Jahren wie entfesselt, Langlauf-Schlussläufer Axel Teichmann war nach der verpassten Goldmedaille in der Staffel dagegen tief enttäuscht - die Fortsetzung der unheimlichen deutschen Silberserie in Liberec rief unterschiedliche Emotionen hervor. Nach den Silberplaketten Nummer sechs und sieben droht vor dem Schlusswochenende von Liberec erstmals seit zwölf Jahren eine WM ohne Titel.

Schmitt war nach einem großen Comeback im deutschen Sport nur nach Jubeln zumute, nachdem die Jury den chaotischen Wettkampf von der Großschanze nach dem ersten Durchgang und starkem Schneefall abgebrochen hatte: "Es war ein Traum von mir, nochmal aufs Podest bei einer WM zu kommen und den habe ich mir erfüllt. Die Farbe der Medaille ist mir völlig egal. Mit dem Abbruch kann ich gut leben." Viele deutsche Fans jubelten überschwänglich, dann sprang Schmitt mit einem breiten Lächeln aufs Siegerpodest.

Mit 141,3 Punkten für einen Sprung auf 133,5 Meter wurde Andreas Küttel zum Abbruch-Champion gekrönt, der erste Gratulant war mit seinem Schweizer Teamkollegen Simon Ammann der entthronte Titelverteidiger. Schmitt lag mit 140,9 Zählern für 133 Meter nur 0, 4 Punkte hinter Küttel - umgerechnet 22 Zentimeter. Damit war eine Durststrecke von genau 2926 Tagen ohne deutsche WM-Einzelmedaille beendet. Am 23. Februar 2001 hatte Schmitt in Lahti ebenfalls Silber gewonnen.

"Dass Martin nach einer so langen Durststrecke wieder auf dem Podest steht, ist unglaublich. Er hat Silber völlig zurecht gewonnen, es wird später niemand mehr fragen, wie es zustande gekommen ist", so Bundestrainer Werner Schuster. Die Entscheidung der Jury, nach zwei gescheiterten Versuchen eines zweiten Durchgangs abzubrechen, sei in Ordnung.

Staffel verpasst den Sieg

Drei Stunden zuvor war Axel Teichmann mit ausdruckslosem Gesicht über die Ziellinie gefahren, als er die erste Staffelgoldmedaille für die deutschen Langläufer seit 35 Jahren auf der Zielgeraden fast kampflos gegen Norwegen abgegeben hatte. Am Tag nach dem "Stinkefinger"-Eklat der straffrei gebliebenen Claudia Nystad wurde er nach einem dramatischen Duell mit Norwegen über 4x10 km locker von Schlussläufer Petter Northug abgehängt.

"Im Moment überwiegt die Enttäuschung die Freude über die Silbermedaille. Ich habe versucht, Northug an den Anstiegen abzuhängen, aber es ist nicht gelungen", sagte Teichmann.

Im Schatten der Staffel-Entscheidung schwelte der Dauerstreit im deutschen Frauen-Team nach dem "Stinkefinger"-Eklat um Claudia Nystad weiter. Nach der Siegerehrung für die deutsche Silber-Staffel gab es eine etwa fünfminütige Aussprache zwischen Nystad und dem nicht nur von ihr heftig kritisierten Bundestrainer Jochen Behle samt anschließender gemeinsamer Medaillenfeier in einer Pizzeria. Eine Strafe gegen Nystad wurde nicht ausgesprochen. sid/dpa

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