+
Malaika Mihambo vor der Wahl zum "Sportler des Jahres" auf dem roten Teppich.

Sportlerin des Jahres

Malaika Mihambo: „Sportlerin des Jahres“ appelliert für mehr Vielfalt

  • schließen

Weitspringerin Malaika Mihambo wird zum ersten Mal zur besten deutschen Sportlerin gewählt. Nun nutzt sie die Aufmerksamkeit und übt Kritik.

Update von Dienstag, 17.12.2019, 14.00 Uhr: Nachdem sie zur Sportlerin des Jahres 2019 gewählt wurde, hat Weitsprung-Überfliegerin Malaika Mihambo nachdenkliche Töne angeschlagen. Auch der männliche Gewinner des Preises, Zehnkämpfer Niklas Kaul, appellierte an die Vielfalt der Sportarten. "Es sollten viele Sportarten neben dem Fußball existieren und ihre Aufmerksamkeit bekommen", so Kaul nach der Gala im Kurhaus Baden-Baden. 

Mihambo sagte: „Es ist enorm wichtig, dass die tolle sportliche Vielfalt die Duetschland zu bieten hat, auch gezeigt wird. Es ist beispielsweise in der Leichtathletik schon bedenklich, dass Meetings wie die Diamond league ini Deutschland nicht gezeigt werden - nicht einmal im Livestream.“

sid/agr

Erstmeldung von Montag, 16.12.2019, 10.26 Uhr: Nachdem sie wieder auf der medialen Bildfläche aufgetaucht war, wollten die neugierigen Reporter natürlich wissen, wie sie das denn nun hinbekommen habe im Oktober. Wie sie nach den anfänglichen Problemchen die Ruhe im Wettkampf bewahrte, sich auf ihre Stärken besann und dann den entscheidenden Versuch rausgehauen hat. „Ich habe kurz meditiert, mich hingesetzt, die Augen geschlossen und den Atem reguliert“, antwortete Malaika Mihambo.

Malaika Mihambo: erst WM-Gold im Weitsprung, dann „Sportlerin des Jahres“

Kurz drauf war sie einfach losgerannt, fast so schnell wie die schnellsten Sprinterinnen der Welt, und punktgenau abgehoben in die warme Luft Dohas. Sie warf die Beine nach vorne und flog, und dann landete sie im Sand – nach genau 730 Zentimetern. WM-Gold im Weitsprung, der bisher größte Triumph im Sportlerinnenleben der 25-Jährigen war perfekt. Keine Konkurrentin schaffte es auch nur ansatzweise in die Weitenregion der gebürtigen Heidelbergerin. Am Ende war sie mit 38 Zentimetern Vorsprung die überlegene, und vorher auch erwartete WM-Siegerin. Gestern Abend nun folgte der nächste Karrierehöhepunkt, Mihambo wurde bei der 73. Preisverleihung in Baden-Baden zum ersten Mal als „Sportlerin des Jahres“ ausgezeichnet, sie folgte damit auf die Tennisspielerin Angelique Kerber.

Malaika Mihambo: „Sportlerin des Jahres“ geht auf Tauchstation

Direkt nach ihrem „Wahnsinnserfolg“ in Katar also war Malaika Mihambo untergetaucht – und das im doppelten Wortsinne. Zum einen war sie einfach abgehauen, hatte auf die Tingeltour in TV-Studios oder zu Zeitungsredaktionen verzichtet und war gar nicht erst zurück nach Deutschland geflogen, sondern direkt in den verdienten Urlaub nach Thailand. Zum anderen stürzte sie sich dort prompt in die erfrischenden Fluten. Ein Tauchkurs sollte Entspannung bringen. „Das war genau richtig, weil das hilft, alles nochmal mit Abstand zu betrachten“, sagte Mihambo Anfang Dezember im SWR bei einem ihrer wenigen Medientermine nach der Goldmedaille. „Das gibt Freiheit und das hilft, dass man im Sport besser werden kann“.

Auch habe sie in Thailand Land und Leute kennengelernt - und die rüsseligen Dickhäuter. Elefanten bestaunen, die Kultur entdecken, Tauchen – diese Dinge „helfen dabei, sich nicht nur über Leistung und Sport zu definieren“, sagte sie.

Malaika Mihambo. „Sportlerin des Jahres“ hat hohe Ziele

Mihambo ist eine Strahlefrau, sie lacht gerne und viel und hat auch selbst ab und an einen lustigen Spruch auf den Lippen. Die Studentin der Umweltwissenschaften ist aber auch eine Frau, die sich hinterfragt, ihre Karriere nicht zu hoch hängt und trotzdem überaus hohe Ziele hat: Eine Medaille im kommenden Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio soll es möglichst sein. Dafür sei der Thailand-Trip eminent wichtig gewesen. „Jetzt merke ich, mit wie viel Kraft ich zurückkomme. Mit 110 Prozent, die Akkus sind aufgeladen.“ Gute Voraussetzungen allemal.

Wahl zum Sportler des Jahres: Niklas Kaul - Kometenhafter Aufstieg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare