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Beeindruckende Leistung in Wiesbaden: Anja Beranek lässt sich feiern.
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Beeindruckende Leistung in Wiesbaden: Anja Beranek lässt sich feiern.

Ironman 70.3 Wiesbaden

Spektakel im Kurpark

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Michael Raelert und Anja Beranek setzen Ironman-Maßstäbe: Beide Athleten unterbieten den Streckenrekord deutlich. Das lässt die Erwartungen steigen: Denn der Ironman 70.3 Wiesbaden gilt als Generalprobe für den Showdown auf Hawaii.

Die Klatschparade auf den sonnenüberfluteten, voll besetzten Tribünen vor dem Zielkanal am Wiesbadener Kurhaus währte bereits minutenlang, doch als Michael Raelert publikumswirksam auch noch eine deutsche Flagge schwenkte, schwoll der Beifall zum Orkan. Szenen wie diese – die unweigerlich Vergleiche mit den olympischen Bildern aus London provozieren – sind es, die nach einer Strapaze wie einem Ironman 70.3 den Siegern ein Gänsehautgefühl vermitteln.

„Sensationell“, entfuhr es dem 31-Jährigen, nachdem er nicht ganz unerwartet neue Maßstäbe bei der Europameisterschaft über die 1,9 Kilometer Schwimmen im Waldsee Raunheim, den 90 Kilometern Radfahren im Rheingau und den 21,1 Kilometer Laufen im Kurpark gesetzt hatte.

Der Sieger von 2010 unterbot mit 4:03:58 Stunden den Streckenrekord des erkrankten Vorjahressiegers Andreas Böcherer um beinahe fünf Minuten; vor allem die Laufleistung auf dem Vier-Runden-Kurs mutete vor historischer Kulisse in Hessens Landeshauptstadt phänomenal an.

Generalprobe für den Showdown auf Hawaii

Selbiges galt bei den Frauen für Anja Beranek: Nach ihrem sensationellen zweiten Platz beim Ironman Frankfurt verblüffte die 27-Jährige nun mit ihrem Triumph nach 4:36:09 Stunden vor der Spanierin Virginia Berasategui (4:40:33) und Julia Gajer aus Ditzingen (4:40:39) – die Fürtherin blieb fast sagenhafte zehn Minuten unter der alten Bestmarke von Karin Thürig.

Die im ersten Profijahr befindliche Siegerin verspürte bereits beim ersten Interview das Verlangen, ihren Coup zu erklären: „Mein legales Doping ist meine Familie.“ Da sei zum einen ihr Ehemann, der frühere Radfahrer Kamil Beranek, der ihr mit seinen breiten Schultern steten Rückhalt gebe und helfe „doppelt und dreifach stark zu sein“. Zum anderen hätten ihre Eltern, Norbert und Ingrid Ippach, mitsamt ihrem Hund Lea an der Strecke gestanden. Wer der blonden Powerfrau nun auch zutraut, beim Ironman Hawaii unter die Topten zu kommen, liegt sicherlich nicht falsch.

Damit wären die Raelert-Brüder am 13. Oktober sicherlich nicht zufrieden – ihr erster Doppelstart mitsamt ihrem propagierten Traum vom brüderlichen Doppelsieg wird aus deutscher Sicht den diesjährigen WM-Showdown von Kona prägen. Der Triumph von Michael Raelert über die halbe Strecke am Sonntag soll dafür „Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein“ geben, verriet der als mentale Unterstützung vor Ort weilende Andreas Raelert einen Tag nach seinem 36. Geburtstag.

Verschnaufpausen gibt es nicht

Die Rostocker Geschwister hatten sich zuletzt wochenlang gemeinsam auf einem Bauernhof am Chiemsee zurückgezogen, um Ruhe zu finden. „Wenn ein Rennen danach so läuft, kann solch eine Maßnahme nur richtig gewesen sein“, sagte Michael Raelert. Sein nächstes Ziel ist nun der Gewinn der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in vier Wochen in Las Vegas, weshalb er am Montag direkt nach Orlando fliegt, um sich dann in einer Apartmentanlage in Clearmont vorzubereiten.

Bruder Andreas trifft in Florida dann Mitte September ein – noch am Sonntagabend ist der ältere Bruder zunächst ins Höhentrainingslager nach St. Moritz weitergereist. Der ambitionierte Ironman der Moderne kann sich offenbar kaum noch Verschnaufpausen gönnen.

Hoffnungsträger Stein und Lange

Uwe Widmann belegte in seiner Heimatstadt letztlich nur den elften Rang. „Es kommen immer mehr junge Triathleten nach, deren Namen ich noch nie gelesen habe“, sagte der 41-Jährige erschöpft im Ziel. Boris Stein (27) aus Montabaur, deutsche Meister über die Mitteldistanz in Immenstadt, unterstrich als Dritter (4:07:51) hinter dem Belgier Bart Aernouts (4:06:28) seinen Part als Hoffnungsträger. Und auch Patrick Lange (25), in Bad Wildungen geboren, wohnhaft in Griesheim, gibt mehr als einen Newcomer ab. Der deutsche Duathlon-Meister überzeugte als Siebter (4:12:40). Zwei Namen, die deutsche Ironman-Siege auch für die Zeit nach den Raelert-Brüdern versprechen.

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