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Von: Frank Hellmann

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Frank Hellmann ist Mitarbeiter in der Sportredaktion der Frankfurter Rundschau
Frank Hellmann ist Mitarbeiter in der Sportredaktion der Frankfurter Rundschau © FR

Heiko Herrlichs Verhältnis zur Mannschaft war zerüttet, zuletzt soll es Wutausbrüche und Beschimpfungen gegeben haben. Das Festhalten am 38-Jährigen hätte wohl unweigerlich in den Abstieg geführt. Von Frank Hellmann

Wenn es stimmt, was Spieler vom VfL Bochum an die Öffentlichkeit tragen, dann war deren Kabine tief im Westen zuletzt ein Ort der Eskalation.

Heiko Herrlich, mit den meisten seiner bekannteren Profis zumindest zeitweise schon im Clinch, soll am Dienstag wutentbrannt einen Wäschekorb getreten, seine Fußballer als Osterhasen beschimpft und Belehrungsvideos von Louis van Gaal vorgeführt haben. Nach dieser Verzweiflungstat ihres Trainers hieß es nur noch: Gemeinsam geht hier nichts mehr.

Sportvorstand Thomas Ernst, früher ein sachlich spielender Torwart, heute ein vernünftig agierender Manager, hat seinen unerfahrenen Chefcoach bis zuletzt stützen wollen und sich weder von Medienkampagnen noch Fanprotesten in seinen Entscheidungen leiten lassen.

Doch nach dem endgültigen Zerwürfnis zwischen Mannschaft und Trainer hätte das Festhalten am 38-Jährigen wohl unweigerlich in den Abstieg geführt. So blieb - genau wie den Hamburger Bossen im ähnlich gelagerten Fall Bruno Labbadia - gar keine andere Wahl, als die Entlassung des Trainers zu verkünden. Übrigens die zehnte der Saison. Und mutmaßlich die letzte.

Es sei denn jemand kommt auf die Idee, es wie Arminia Bielefeld im Vorjahr noch mit einem Retter am letzten Spieltag zu versuchen. Jörg Berger wäre bestimmt ein finales Mal bereit.

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