Wie es war, einer der ersten deutschen Gewinner zu sein, daran erinnert sich Herbert Steffny. Hier beim Frankfurt Marathon im Jahr 1984.
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Wie es war, einer der ersten deutschen Gewinner zu sein, daran erinnert sich Herbert Steffny. Hier beim Frankfurt Marathon im Jahr 1984.

Frankfurt-Marathon

Am Sonntag sollen Rekorde purzeln

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Der Frankfurt-Marathon entwickelt sich mit großer Dynamik. Mit dabei: Herbert Steffny, einer der ersten deutschen Gewinner.

Es ist auch für Herbert Steffny wieder ein erhebendes Gefühl, am Sonntag direkt an der Startlinie zu stehen. Der mittlerweile 58-Jährige hat selbst viel dazu beigetragen, dass sich der Frankfurt-Marathon zu einer laufenden Erfolgsgeschichte entwickelt hat.1985, 1989 und 1991 hat der jüngere der beiden Steffny-Brüder (Manfred Steffny ist Spiridon-Herausgeber) in Endzeiten gewonnen, von denen die deutsche Elite heutzutage träumt. Die vergangenen Jahren hat er dann mit seinen Kommentaren im HR-Fernsehen den profunden Laufexperten gegeben.

1735 Läufer, fast jeder vierte, kamen innerhalb der Drei-Stunden-Marke ins Ziel.

Zur 30. Jubiläumsauflage verschreibt sich der Buchautor und Seminaranbieter Steffny einer anspruchsvollen Doppelrolle: Erst wird er in einer „Sieger-Staffel“ mit Stephan Freigang, Melanie Kraus und Charlotte Teske als Startläufer die ersten zwölf Kilometer absolvieren, dann direkt von der Strecke fürs TV seine Eindrücke schildern. Der Mann weiß, wovon er spricht. Und keiner kennt besser die Veränderungen, denen sich die Veranstaltung unterworfen hat.

Als am 17. Mai 1981 am Osttor der Farbwerke Hoechst der tschechische Wunderläufer Emil Zatopek den ersten Startschuss für 2850 Athleten gab, „waren fast nur ambitionierte Läufer unterwegs“ (Steffny). Bestens vorbereitet und beseelt von schnellen Zeiten. Bei Steffnys erstem Sieg 1985 betrug die Durchschnittszeit der 7296 Finisher nur 3:23 Stunden. 1735 Läufer, fast jeder vierte, kamen innerhalb der Drei-Stunden-Marke ins Ziel.

42,195 Kilometer als Bewältigung einer besonderen Herausforderung

Beim Berlin-Marathon 2011 schafften das nur drei Prozent der Teilnehmer. Steffny: „Heute ist ein Marathon in erster Linie ein Spaß- und Genusslauf.“ Und das sei auch gut so. Steffny spricht gerne vom „Matterhorn des kleinen Mannes“. 42,195 Kilometer als Bewältigung einer besonderen Herausforderung ? neben der Lust an der Bewegung läuft bei vielen auch der Wunsch nach Respekt und Anerkennung bei Freunden, Kollegen und der Familie mit. Der rege Zuspruch in Frankfurt ? die Meldeliste ist bei 15.000 Startern längst geschlossen ? ist laut Steffny das Verdienst „einer klugen Veranstalter-Politik“. Steffny: „Hier werden eine tolle Stimmung und ein Top-Service geboten. Und alles ist fokussiert auf den Marathon.“
Dafür verantwortlich ist seit 2002 der Renndirektor Jo Schindler.

Der gebürtige Regensburger hat sich professionell an die Herausforderungen gemacht, den Marathon in Frankfurt nach und nach zu stärken. Mittlerweile ist Frankfurt das zweitwichtigste und zweitgrößte Event im deutschen Marathon-Kalender, versehen mit dem goldenen Label des Internationalen Leichtathletik-Verbandes. Schindler: „Es hat sich ausgezahlt, dass wir mit Experimenten vorsichtig umgegangen sind.“ Seine wichtigste Entscheidung? Da überlegt der 52-Jährige nur kurz: „Den Zieleinlauf 2003 in die Festhalle zu verlegen.“

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