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Nennt sich medienscheu: Daniel Hopp hinter Plexiglas an der Bande der Adler Mannheim.

Daniel Hopp

Der Sohn des Milliardärs

Daniel Hopp leitet die SAP-Arena, ist Geschäftsführer der Eishockey-Adler und im Beirat der Handball-Löwen.

Von THORSTEN EISENHOFER

Auf den ersten Blick scheint Daniel Hopp in seiner beruflichen Laufbahn atemberaubend schnell nach oben gekommen zu sein: er ist Geschäftsführer der SAP-Arena, einer der größten Multifunktionshallen in Deutschland, dazu Geschäftsführer des DEL-Rekordmeisters Adler Mannheim und sitzt zudem im Beirat des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen. Im Alter von 28 Jahren. Seine besondere Qualifikation? Sohn.

Daniel Hopp ist der Filius von Dietmar Hopp, Milliardär, Mitbegründer des Software-Giganten SAP und Mäzen des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Im Lebenslauf von Hopp junior sorgten Vaters Millionen für die Karriere-Sprünge. Talent und Ehrgeiz spielten eine nachgeordnete Rolle. "Das Geld und der Name meines Vaters haben mir viele Türen geöffnet. Ohne diese finanziellen Möglichkeiten würde es die Projekte nicht geben", gibt Daniel Hopp zu.

Seine "Projekte", die Adler Mannheim, die Rhein Neckar-Löwen und die SAP-Arena, bezeichnet er als seine "Lebensaufgabe". Gegen den Vorwurf, es seien für ihn nur "Spielzeuge" zum Zeitvertreib, stemmt er sich vehement: "Das sind Vorurteile. Hinter den Projekten steckt doch ein Konzept. Wir werfen nicht nur Millionen für Spieler raus, es wird auch viel Geld in Infrastruktur oder Jugendarbeit gesteckt", verteidigt Hopp das Mäzenatentum, das auch den Bau von Sportinternaten miteinschließt. Daher wollen weder sein Vater noch er in einem Atemzug mit Roman Abramowitsch, Besitzer des englischen Premier-League-Klubs Chelsea London, genannt werden: "Wir betreiben keinen Akt der Selbstverwirklichung", behauptet Hopp junior und fügt an: "Ich mache meinen Job, weil mir die Vereine am Herzen liegen und nicht, um mich öffentlich zu profilieren."

Daniel Hopp war 18 als sein Vater erstmals die Schatulle öffnete. Damals, 1998, kämpfte der Eishockeyklub Adler Mannheim gegen die Insolvenz. Die sportliche Jugendliebe von Hopp junior drohte flügellahm zu werden. Eine Hopp'sche Finanzspritze ließ die Adler wieder abheben. Hopp steht den Adlern seitdem als einer von zwei Geschäftsführern vor.

Einen neuen Horst baute Hopp senior den Adlern 2005 mit der SAP-Arena. Die Planungen für das aus Dietmar Hopps Börse finanzierte imposante Bauwerk im Süden Mannheims begannen 2002 unter der Leitung von Daniel Hopp, der dafür sein VWL-Studium aufgab. Die Inbetriebnahme folgte 2005. Die drei Jahre Plan- und Bauzeit bezeichnete Geschäftsführer Daniel Hopp als wichtige Lernzeit: "Durch den langen Zeitraum zwischen Idee und Fertigstellung hatte ich eine gute Möglichkeit, in die Aufgabe hereinzuwachsen."

Ohne die Adler gäbe es die SAP-Arena nicht. Sie sind Hauptnutzer und Zuschauermagnet in einem. Aber seit ihrem Bundesliga-Aufstieg 2005 spielen auch die Rhein-Neckar-Löwen in der Multifunktionshalle Handball. Basketball-Länderspiele, die Handball-WM 2007 sowie zahlreiche Konzerte hat die Arena beherbergt. Und die Eishockey-WM 2010 in Deutschland steht vor der Tür.

Visionen beschäftigen Hopp trotzdem: "Regelmäßige Box-Weltmeisterschaftskämpfe oder ein NBA-Spiel wären eine feine Sache." 100 Veranstaltungen, besucht von etwa einer Million Besuchern jährlich, fänden in der Arena statt, rechnet Hopp vor. "Die Auslastung liegt damit deutlich über den Erwartungen." Schwarze Zahlen seien erwünscht, denn als Zuschussgeschäft sind weder die Halle noch ihre "Home-Teams" gedacht. Adler und Arena sollen im Gegensatz zu den Löwen schon positive Bilanzen schreiben.

Aus dem langen Schatten seines Vaters wird Daniel Hopp wohl nicht treten können. Er macht aber auch nicht den Eindruck, als hege er großes Interesse daran: "Ich brauche kein eigenes Profil nach außen. Die Leute, die mich kennen, wissen, wie ich bin. Was die Öffentlichkeit von mir denkt, ist mir egal."

Dass sich sein Vater um das "Großprojekt" Hoffenheim kümmert und er sich mit den sportlich kleineren Fischen Rhein-Neckar-Löwen und Adler Mannheim zufriedengeben muss, sieht er nüchtern und emotionslos: "Fußball bekommt eben die größte Medienaufmerksamkeit." Doch der wird Hopp junior - er beschreibt sich selbst als medienscheu - nicht auf ewig ausweichen können. Irgendwann wird ihm sein Vater, den er als wichtigen Ratgeber sieht, die sportliche Perle TSG Hoffenheim übergeben.

Ob er sich manchmal Gedanken mache, wie sein Leben verliefe, wenn er nicht als Sohn eines reichen Vaters geboren worden wäre? "Die Frage stellt man sich hin und wieder", gibt Hopp zu, fügt dann aber unmissverständlich an: "Aber es ist, wie es ist."

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