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Snowboarderin Selina Jörg beim Parallel-Slalom.

Weltcup-Auftakt

Snowboarder vor Saisonstart: „Voll angreifen“

Nach einer überragenden Saison starten die Snowboarder in die neue Saison. Die Erwartungen an die Olympia-Medaillengewinnerinnen Jörg und Hofmeister sind groß. Dabei hatte eine der beiden Sportlerinnen im Sommer noch befürchtet, die Saison komplett zu verpassen.

Selina Jörg geht endlich ohne mentalen Ballast in den Winter, Ramona Hofmeister hat dagegen körperlich zu kämpfen: Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen für die zwei deutschen Snowboard-Asse zehn Monate nach ihren Olympia-Erfolgen beim Auftakt in die neue Saison kaum sein.

Wenn die Alpin-Boarder in dieser Woche in den Dolomiten zweimal um Weltcup-Punkte fahren, dann zählt von den beiden Vorzeigeathletinnen nur Jörg zu den Kandidatinnen auf das Podium. „Ich will wieder voll angreifen“, kündigte die 30 Jahre alte Allgäuerin vor dem Start in den WM-Winter an. Hofmeister muss es nach einem Bandscheibenvorfall indes langsam angehen lassen.

Die 22-jährige Oberbayerin wird im Skigebiet Carezza am Karersee, wo am Donnerstag die Qualifikation (08.45 Uhr) und das Finale (12.30 Uhr) des Parallel-Riesenslaloms anstehen, aber an den Start gehen. Danach hatte es zunächst nicht ausgesehen. Schließlich konnte sie vor der Abreise nach Norditalien bislang erst einen Tag auf ihrem Snowboard trainieren, und das noch ohne Tore!

Mitte September erlitt Hofmeister beim Training am Stilfserjoch einen Bandscheibenvorfall, schon den zweiten ihrer Laufbahn. Sie entschied sich gegen eine Operation und meinte, die ganze Saison auszufallen. Doch die Heilungstherapie verlief besser als gedacht, so dass sie ein Comeback und eine WM-Teilnahme im Februar in den USA wieder ins Visier nahm. „Ich steige aber erst wieder auf das Snowboard, wenn es tausendprozentig passt“, hatte sie im November gesagt. Der Zeitpunkt scheint für die Olympia-Dritte von Pyeongchang nun also erreicht.

Jörg blieb im Sommer verletzungsfrei und geht nicht nur körperlich unversehrt in die Saison. Das Olympia-Silber von Südkorea war nach etlichen vierten Plätzen ihr erstes Edelmetall. „Für mich ist jetzt ein Haken dran, ich habe die Medaille, alles andere ist Zugabe“, sagte sie und sprach von viel Druck, der endlich abgefallen sei. „Aber natürlich will ich mich nicht auf den Lorbeeren ausruhen.“

Für Carezza rechnet sich die 30-Jährige wenig aus, der steile Hang liegt ihr nicht. Dafür will sie am Freitag in Cortina d'Ampezzo beim Nachtrennen jubeln. Neben Jörg und Hofmeister reiste das Team mit Carolin Langenhorst, Melanie Hochreiter, Cheyenne Loch, Stefan Baumeister, Elias Huber und Ole-Mikkel Prantl in die Dolomiten.

„Wir wollen an die herausragende Olympia-Saison anknüpfen“, sagte Verbands-Sportdirektor Andras Scheid. Im vorigen Winter gelangen Jörg und Hofmeister drei Siege und sechs weitere Podiumsplätze im Weltcup.

(Von Manuel Schwarz, dpa)

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