Skispringerinnen abgestürzt - DSV ohne Medaille

Frust und Ärger statt Jubel über Edelmetall: Nach dem Absturz der Skispringerinnen warten die deutschen Ski-Asse bei ...

Oslo. Frust und Ärger statt Jubel über Edelmetall: Nach dem Absturz der Skispringerinnen warten die deutschen Ski-Asse bei den Weltmeisterschaften in Oslo weiter auf die erste Medaille.

In der Damen-Entscheidung auf der Normalschanze verlor Ulrike Gräßler im dichten Nebel die greifbare Medaille aus den Augen und stürzte nach Rang drei zur Halbzeit auf den 19. Platz ab. "Ich muss das jetzt erst mal sacken lassen", sagte die enttäuschte Klingenthalerin.

Die als Mitfavoritin gehandelte Melanie Faißt sorgte mit Rang neun für das beste Resultat des DSV-Quartetts, hatte mit der Medaillenvergabe aber ebenfalls nichts zu tun. "Ich hatte mir ein anderes Ergebnis vorgestellt. Es war ein Wettkampf zum Vergessen", sagte Faißt.

Den Titel auf dem Midtstubakken sicherte sich Daniela Iraschko aus Österreich. Mit zwei Sprüngen auf 97 Meter verwies die Top-Favoritin, die bei der WM-Premiere vor zwei Jahren leer ausgegangen war, die Italienerin Elena Runggaldier und Coline Mattel aus Frankreich auf die Plätze. "Sie hat sehr viel für das Damen-Skispringen getan und ist eine würdige Weltmeisterin", gratulierte Gräßler.

Bei schlechter Sicht verlor die Polizeimeisterin im Finale den Durchblick. "Ich habe eine Windböe abbekommen, will es aber nicht darauf schieben. Ich habe mir beim Absprung nicht vertraut. Vielleicht war ich übermotiviert und wollte zu viel. Ich bin bitter enttäuscht", sagte die 23-Jährige nach ihrem Hüpfer auf 79,5 Meter. Zur Halbzeit hatte sie nach einem Sprung auf 94 Meter als Dritte noch alle Trümpfe in der Hand gehabt. "Beim Skispringen zählen nun mal zwei Sprünge. Es tut schon weh, aber das Leben verändert sich deshalb nicht", erklärte Gräßler.

Auch für die anderen drei DSV-Springerinnen endete der Oslo-Ausflug mit einer herben Enttäuschung. Faißt, die in diesem Winter bereits fünfmal auf dem Podest gestanden hatte, konnte mit Weiten von 88 und 92 Metern ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Noch schlimmer erwischte es Juliane Seyfarth (31.) und Anna Häfele (35.), die es nicht einmal in den zweiten Durchgang schafften.

Besser wollen es die Männer machen. Gleich zwei Chancen auf Edelmetall bieten sich Severin Freund & Co. am Wochenende. Während Geheimfavorit Freund am Freitag pokerte und die Qualifikation ausließ, glänzte Michael Uhrmann mit dem weitesten Sprung auf 102,5 Meter in der Ausscheidung für den Einzelwettbewerb am Samstag. "Schön, dass Michael Uhrmann, der am längsten gebraucht hat, sich auf die Schanze einzustellen, heute konkurrenzfähige Sprünge gezeigt hat. Er ist eben Weltklasse. Jetzt heißt es angreifen", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Wie Uhrmann schafften auch Martin Schmitt mit 98 Metern und Pascal Bodmer mit 98,5 Metern locker den Einzug in den ersten von vier WM-Wettbewerben. "Es war wichtig, dass die Jungs gute Sprünge gezeigt haben", meinte Schuster.

Ebenfalls am Samstag greifen die Nordischen Kombinierer im Einzel nach einer Medaille. Dabei wird das Springen eher zur Nebensache. "Die Langlaufstrecke ist die Hölle", sagte Björn Kircheisen. Der Johanngeorgenstädter, wohl bester Läufer im DSV-Team, redete Klartext: "Hier können 15 Leute Medaillen gewinnen. Die Strecke ist mit ihren langen Anstiegen mit das Schwerste, was wir jemals absolvieren mussten." Bundestrainer Hermann Weinbuch erklärte lapidar: "Die Tagesform wird entscheiden."

Die Favoriten ärgern will Langläufer Tobias Angerer am Sonntag in der Doppelverfolgung über 30 Kilometer. "Ich habe ein gutes Gefühl, mal sehen, was passiert", sagte der Bayer am Freitag. Noch im Dezember und Januar sah es so aus, als könnte Angerer nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen. Er stieg aus dem Weltcup aus, erholte sich mitten in der Saison in Portugal. Nun ist er zurück. "Ich kann mittlerweile wieder vorn mitlaufen. Das Gute ist, ich bin jetzt Außenseiter", sagte Angerer. (dpa)

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