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Liegt gekonnt in der Luft: Katharina Althaus.
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Liegt gekonnt in der Luft: Katharina Althaus.

Skispringen

Silber für den Sonnenschein

Katharina Althaus springt hinter Maren Lundby aufs Podest.

Frauen-Skispringen waren seit Olympia 2014 bei Großereignissen immer die Geschichte vom Hasen und vom Igel: Die Favoriten patzten und Carina Vogt gewann Gold. An diesem eisigen Montagabend in Pyeongchang endete jedoch diese märchenhafte Erfolgsserie der Olympiasiegerin von 2014 und viermaligen Weltmeisterin. Dafür ging der Stern von „Sonnenschein“ Katharina Althaus auf: Die junge Frau mit den lustigen Zöpfen und schwarz-rot-golden lackierten Fingernägeln holte sich die Silbermedaille. Und die erste Umarmung nach der Landung bekam sie natürlich von Carina Vogt, ehe sie von Olympiasieger Andreas Wellinger geherzt wurde.

Auch die Brüder springen

„Carina hat gesagt, dass sie stolz auf mich ist. Mir fällt ein Riesenberg von den Schultern. Ich kann es noch gar nicht fassen, dass ich es tatsächlich geschafft habe“, sagte die 21-Jährige und musste mit den Tränen kämpfen. Bei den Olympischen Jugendspielen von 2012 hatte die Oberstdorferin Einzel-Silber und Team-Gold gewonnen, doch diese Medaille in Südkorea ist noch viel mehr wert. Schritt für Schritt hatte sich Althaus, deren beide Brüder ebenfalls Ski springen und die daheim in der Musikkapelle passenderweise das Flügelhorn spielt, in den letzten Jahren an die Weltspitze herangekämpft. In diesem Winter glückte der Durchbruch: Dreimal stand sie im Weltcup ganz oben, bei jedem ihrer Starts auf dem Podest.

Dementsprechend war sie als Mitfavoritin in das olympische Springen gegangen, eine ganze neue Rolle für sie. „Ich war schon sehr nervös, weil ich wusste, dass es für eine Medaille reichen kann“, erzählte Althaus danach. Doch sie behielt bei wechselnden Windbedingungen und im Flockenwirbel die Nerven. Nur die Norwegerin Maren Lundby, die mit ihr schon zusammen die ganze Saison dominiert hatte, war am Ende stolze 12,0 Punkte besser. Deshalb gab es auch überhaupt keinen Grund zum Ärger für Althaus: „Ich freue mich einfach, dass ich eine Medaille habe. Jetzt gehen wir gemeinsam ins Deutsche Haus feiern.“

Dazu hatten die deutschen Fliegerinnen auch jeden Grund, schließlich schafften es auch Carina Vogt (5.), Ramona Straum (8.) und Juliane Seyfarth (10.) unter die Top Ten. „Ich bin schon erleichtert über diese Medaille, schließlich haben wir nur diesen einen Wettkampf hier bei Olympia“, kommentierte ein glücklicher Bundestrainer Andreas Bauer. Althaus habe auch mit Hilfe eines Psychologen in den letzten Jahren einen Entwicklungsprozess durchgemacht und nun die entscheidende Bewährungsprobe bestanden: „Sie hat mit 21 ihre erste Einzelmedaille geholt und die Zukunft noch vor sich. Sie ist unser Sonnenschein im Team, immer gut drauf.“

Trost für Vogt

Deshalb konnte Althaus auch ihre Teamkollegin Vogt schnell trösten. Diesmal fehlte der Abonnementssiegerin die Fortune, die sie neben ihrer großen Nervenstärke auf ihren Triumphen begleitet hatte. Im ersten Durchgang veränderten sich im Alpensia Skisprung-Zentrum genau vor ihr plötzlich die Windbedingungen. Vogt musste insgesamt fünf Minuten warten. Sie hüllte sich in eine dünne Decke, schnallte die Ski ab und versuchte, sich zu stretchen. Doch bei minus elf Grad und einer eisigen Brise waren die Muskeln nach ein paar Minuten einfach nicht mehr warm und der Sprung nicht gut genug. Vogt nahm es hin: „Ich wusste, dass dieser Tag irgendwann kommen wird. Aber das Leben geht weiter und ich freue mich für Katharina, die diese Medaille wirklich verdient hat.“

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