Radsport

Tour-Showdown in den Alpen

Die Tour de France erlebt ein besonders spannendes Finale.

Vor drei knüppelharten Tagen in den Alpen steht die Tour de France vor einem besonders spannenden Finale. Und erstmals seit 2006 mischt auch ein Deutscher wieder richtig um den Gesamtsieg mit: Kletterkünstler Emanuel Buchmann aus Ravensburg liegt als Sechster aussichtsreich im Klassement, die Schinderei auf sechs 2000-Meter-Bergen von Donnerstag bis Samstag dürfte ihm entgegen kommen. „Wir sind in einer super Ausgangslage. Momentan sieht es sehr, sehr gut aus“, sagte der 26 Jahre alte Buchmann. Er sei „positiv überrascht“ von sich selbst.

Die Rivalen im Kampf um den Gesamtsieg stammen allesamt aus der Weltelite. Gelb-Träger Julian Alaphilippe und Tourmalet-Sieger Thibaut Pinot wollen Gastgeber Frankreich den ersten Tour-Triumph seit Bernard Hinault 1985 bescheren, Vorjahressieger Geraint Thomas und Co-Kapitän Egan Bernal streben die Titelverteidigung für Team Ineos an und auch Tony Martins Teamkollege Steven Kruijswijk liegt vor der Alpen-Qual noch bestens im Rennen. Zum Topfavoriten möchte sich in dem komplett offenen Sechskampf aber keiner erklären.

In der letzten Woche, in der bei zwei Bergankünften sieben Gipfel der höchsten und zweithöchsten Kategorie zu überwinden sind, kommt es aber nicht mehr nur auf die Form an. Der angezählte Titelverteidiger Ineos baut auf die Erfahrung des Walisers Thomas, der bei dieser Tour schon drei leichtere Stürze verkraften musste. „Er weiß, wie man die Tour de France gewinnt“, sagte sein Teamchef Dave Brailsford vor dem Ausscheidungsrennen auf Bergriesen wie dem Col du Galibier oder dem Col de L’Iseran, der mit 2770 Metern das Dach dieser Tour darstellt.

Die größte Variable im völlig unberechenbaren Spiel um das Maillot Jaune in Paris ist der Gesamtführende Alaphilippe. Eigentlich zählt der 27-Jährige zu den Klassiker-Spezialisten, bei dieser Tour glänzt er plötzlich auch im Hochgebirge und beim Zeitfahren. „Die Alpen werden eine große Herausforderung für mich“, sagte Alaphilippe voraus. Mit 1:35 Minuten Vorsprung auf den ersten Verfolger Thomas bleibt er vorerst der Gejagte. (dpa)

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