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Lucien Favre hat immer noch kein klares Bekenntnis zu Borussia Mönchengladbach abgegeben.
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Lucien Favre hat immer noch kein klares Bekenntnis zu Borussia Mönchengladbach abgegeben.

Gladbach und Augsburg trennen sich torlos

Seltsam wie Favre

Gemeinsam feiern Gladbach und Augsburg ihre kaum für möglich gehaltenen Erfolge ? nur Gladbach-Trainer Favre gibt sich seltsam freudlos. Der Schweizer nährt damit - trotz Vertrages bis 2013 - Gerüchte über seinen möglichen Abschied aus Gladbach.

Von Daniel Theweleit

Es waren ziemlich merkwürdige Szenen, die sich da auf dem Rasen abspielten, nachdem das 0:0 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Augsburg abgepfiffen war. Die Spieler aus Bayern sanken zu Boden, als sei ihnen gerade ein fürchterliches Unglück widerfahren, Sebastian Langkamp, Gibril Sankoh und Simon Jentzsch lagen im Strafraum, die Hände vors Gesicht geschlagen. Sie waren tief ergriffen, „die Belastung und der Druck sind weg, ich brauchte erstmal ein paar Minuten, um das zu realisieren“, sollte Torhüter Simon Jentzsch später sagen. Sie hatten während der vergangenen Monate zu sehr gelitten, um nach vollendetem Klassenerhalt spontan in den Glücklich-Modus umzuschalten.

Ganz ohne Bierduschen

In puristischer Schlichtheit und ganz ohne Bierduschen wurde hier ein Erfolg gefeiert, von dem Jentzsch sagte, er sei „höher einzuschätzen als der Aufstieg im letzten Jahr“. Nur ein paar T-Shirts mit dem Slogan „Leidenschaft versetzt Berge“ wurden ausgepackt.

Trainer Jos Luhukay sprach von „der tagtäglichen Kleinarbeit, die Früchte trug“, mit Bescheidenheit, Beharrlichkeit und Ruhe haben sie die eigenen Zweifel besiegt. Dieser Augsburger Erfolg ist ein Beweis dafür, dass es drei wirksame Zaubermittel im Abstiegskampf gibt: Laufbereitschaft, ein kluges fußballerisches Konzept und ein Kollektiv, das sich nicht von den Egoismen Einzelner beschädigen lässt.

Gladbach hat Durchschlagskraft verloren

Mit diesen Zutaten ist auch die Borussia im Vorjahr in der Bundesliga geblieben, jetzt hat das Team von Trainer Lucien Favre sogar die Qualifikation für die Champions League erreicht. Gemeinsam feierten Gladbacher und Augsburger ihre kaum für möglich gehaltenen Erfolge, nur Favre verhielt sich ziemlich rätselhaft.

Der Schweizer wirkte gequält, erst nach vehementen Aufforderungen der Fankurve und des Stadionsprechers zeigte er sich für einige Moment vor den dankbaren Anhängern, und die emotionale Färbung seiner Aussagen changierte zwischen einem angestrengt wirkenden Wohlgefallen und diffuser Enttäuschung. „Klar, wir können mit 57 Punkten sehr zufrieden sein“, sagte er, andererseits klagte er, dass die fußballerische Entwicklung „nur zum Teil gelungen“ sei. Im letzten Saisondrittel sei die Durchschlagskraft verloren gegangen.

Die seltsame Freudlosigkeit, die Favre an diesem großen Tag für die Borussia ausstrahlte, lieferte wieder einmal jenen Skeptikern Argumente, die fürchten der Schweizer werde den Klub im Sommer verlassen.

Und es ist tatsächlich seltsam, dass Favre sich überhaupt nicht auf den Europapokal, ja vielleicht sogar die Champions League und die Weiterentwicklung dieser Mannschaft zu freuen scheint. Schließlich hat der Mann einen Vertrag, der bis zum Sommer 2013 gültig ist, doch als er konkret auf seine Zukunft in Gladbach angesprochen wurde, sagte er nur: „Meine Konzentration bleibt auf dem Spiel in Mainz nächste Woche und geht nicht weiter.“

Favre hadert mit Abgängen

Sicher hadert er mit den Vereinswechseln von Roman Neustädter, Dante und Marco Reus, die herzlich verabschiedet wurden vom Gladbacher Publikum, die Perspektiven sind trotzdem wunderbar am Niederrhein. Favre sei eben „ein Perfektionist“, versuchte Sportdirektor Max Eberl Favres schwer interpretierbares Verhalten zu erläutern, „die Freude, die der Trainer hat, die hat er für sich, die zeigt er nicht unbedingt nach außen“.

Eberl klingt vollkommen anders, wenn er über die Erfolge und die Perspektiven des Überraschungsteams dieses Spieljahres spricht. Er freute sich über eine „überragende Saison“, und nun werde das Team „Schritt für Schritt weiterentwickelt“.

Eberl will weiter gute Rolle spielen

Keinesfalls werde er „aus dem Nichts heraus einen Kader auf den Platz bringen, der automatisch in der Champions League eine Rolle spielen kann“. Der 39-Jährige will „mit den Millionen“, die die Borussia durch Spielerverkäufe und Europapokaleinnahmen zur Verfügung stehen, „eine Mannschaft bauen, die in der Bundesliga wieder eine gute Rolle spielen kann“.

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