Alba Berlin

Selbstbewusst nach Valencia

Die Basketballer von Alba Berlin können am Montag im entscheidenden dritten Spiel der Eurocup-Finalserie den größten Erfolg einer deutschen Klub-Mannschaft perfekt machen.

Manager Marco Baldi glaubt an die Qualität des jungen Kaders, Small Forward Niels Giffey setzt auf die neue körperliche Stärke: Alba Berlin reist mit viel Selbstvertrauen zum alles entscheidenden dritten Spiel der Eurocup-Finalserie bei Valencia Basket. Nach dem überraschenden 95:92-Heimsieg will die junge Mannschaft dem Rekordtitelträger am Montag (20.30 Uhr) erneut ein Bein stellen.

„Der Wille ist wichtig, aber nur mit Willen geht es nicht. Wir brauchen auch die spielerische Qualität, die wir haben“, sagte Baldi. Innerhalb von einer Woche treten die Berliner zum zweiten Mal im Hexenkessel von Valencia an, wo Spiel eins (75:89) verloren ging. „Es spricht viel für Valencia. Aber es ist ein Entscheidungsspiel, alles kann passieren“, sagt Baldi. Dass Alba mit einem Sieg den größten Erfolg einer deutschen Mannschaft im Europapokal feiern könnte, ist Baldi nicht so wichtig. Viel bedeutender sei es, dass Alba in den letzten drei Dekaden seit der Gründung nach der Wiedervereinigung „national und international immer ein Anwärter auf die Spitze gewesen ist“, betonte der Manager.

„Geil angefühlt“

Den letzten großen Erfolg einer deutschen Mannschaft im Europapokal feierte 1995 auch Alba, als man im mittlerweile abgeschafften Korac-Cup triumphierte. „Wir haben damals den deutschen Klub-Basketball auf die internationale Landkarte gesetzt“, sagte Baldi, dessen Team achtmal deutscher Meister wurde, in den letzten zehn Jahren aber Bamberg und Bayern München den Vortritt lassen musste.

Großen Anteil am Höhenflug der Albatrosse hat nach Einschätzung Baldis Trainer-Guru Aito Garcia Reneses. Der 72 Jahre alte Spanier sei genau der richtige Mann für die vielen Alba-Talente und habe dem Team auch in Spiel zwei die richtige Marschroute mitgegeben. „Er ist einer der wenigen Trainer, die auch an ihrem Weg festhalten, wenn es mal nicht so läuft“, sagt Baldi.

Der Respekt vor Reneses ist groß, die Spieler spüren die Verbesserungen. „Wir haben in den letzten Tagen an uns gearbeitet, an der Art und Weise, wie physisch man spielen muss“, erklärte der unermüdliche Giffey nach dem Sieg am Freitag. Der große Einsatz unterm Korb war der Schlüssel zum Sieg und soll auch am Montag wieder das Alba-Spiel prägen.

„Das hat sich richtig geil angefühlt, vor allem in der vollen Halle“, sagte das erst 17 Jahre alte Eigengewächs Franz Wagner nach dem Sieg vor 14 500 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof in Spiel zwei des zweitwichtigsten Europapokals. Der gebürtige Berliner kann wieder auf die Unterstützung von Bruder und NBA-Spieler Moritz Wagner (21) setzen, der Alba nach dem frühen Aus der LA Lakers zu Spiel drei nach Valencia begleiten will.

Als Sieger des Eurocups wäre Alba automatisch für die höhere Euroleague qualifiziert, doch auch als Zweiter darf sich das Hauptstadt-Team Hoffnungen auf einen Start in der Königsklasse machen. Jordi Bertomeu, Präsident der Euroleague, stellte dem deutschen Team eine Wildcard in Aussicht: „Berlin ist eine Stadt, in der wir gerne sind.“

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