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Seit' an Seit'

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Von: Jürgen Ahäuser

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Jürgen Ahäuser ist Sportredakteur der Frankfurter Rundschau.
Jürgen Ahäuser ist Sportredakteur der Frankfurter Rundschau. © FR

Sicher ist, dass die Fußballprofis auf der Apennin-Halbinsel Seit' an Seit' aufstehen gegen Willkür, Sklaverei und Unterdrückung. Von Jürgen Ahäuser

Avanti Popoli! Vorwärts ihr Völker, auf geht es, ihr Geknechteten. Es ist bis jetzt nicht überliefert, ob an diesem Wochenende in den italienischen Stadien auch die roten Fahnen flattern werden. Sicher ist, dass die Fußballprofis auf der Apennin-Halbinsel Seit' an Seit' aufstehen gegen Willkür, Sklaverei und Unterdrückung. Es ist ein verzweifelter Aufschrei des Proletariats gegen die bourgeoise Gerichtsbarkeit des internationalen Sports. Alle Spiele der ersten und zweiten italienischen Liga werden mit 15 Minuten erzwungener Verspätung beginnen. Zu verantworten hat das der Oberste Sportgerichtshof CAS, der glaubt die Sportkameraden Danile Mannini und Davide Possanzini für ein Jahr aus dem Verkehr ziehen zu müssen. Und das alles nur, weil die beiden Spieler von Brescia Calcio 2007 ein wenig verspätet zur Dopingkontrolle antanzten.

Die deutschen Eishockeyspieler sollten sich angesichts dieser machtvollen Solidaritätsaktion schämen. Als ihr Spielkamerad Florian Busch wegen einer zunächst verweigerten, dann nachgeholten Probe in die Mühlen der Dopingbürokratie geriet, haben sie zwar lauthals aufgeschrien, aber es war nicht einmal der Ansatz zu zivilem Ungehorsam zu erkennen.

Über die Schwere der Tat ihrer Schützlinge waren sich der italienische Fußballverband und der Deutsche Eishockeybund bemerkenswert einig: Geldstrafe und Sozialarbeit für den Eisbären, 15 Tage spielfrei für die Kicker. Busch steht der Gang vor den CAS noch bevor. Ein Jahr Sperre bei negativer Pippi-Probe ist ein ziemlich gnadenloses Urteil. Aber weh tun muss es. Es lebe die Internationale Solidarität.

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