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Kann der Werksklub auch Pokal? Die Wolfsburger Bas Dost (l.) und Luiz Gustavo üben schon mal den Jubel.
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Kann der Werksklub auch Pokal? Die Wolfsburger Bas Dost (l.) und Luiz Gustavo üben schon mal den Jubel.

DFB-Pokal Hoffenheim - Wolfsburg

Sehnsucht nach Europa

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Speziell im DFB-Pokal hat sich der VfL Wolfsburg eine Menge vorgenommen - im Sinne des Geldgebers. Das Spiel bei der TSG Hoffenheim ist eine Chance - es hätte Wolfsburg schlimmer treffen können.

Beim Thema DFB-Pokal kann Klaus Allofs immer noch leuchtende Augen bekommen. Über die Magie dieses Wettbewerbs erzählt er gern – und erklärt es überzeugend. Man kann sich ja auch kaum einen besseren Kronzeugen vorstellen als den aktuellen Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, der zu jenen drei Spielern gehört, die mit drei unterschiedlichen Vereinen die Trophäe gewannen. Der 57-Jährige triumphierte mit Fortuna Düsseldorf (1979, 1980), dem 1. FC Köln (1983) und Werder Bremen (1991) insgesamt viermal als Aktiver, dazu kommen als Manager noch zwei weitere Triumphe mit Werder Bremen (2004 und 2009).

So einer ist Experte für das Flair eines Endspiels und das Faszinosum Berlin – „für alle eine großartige Sache“, pflegt Allofs zu sagen. Die Hingabe für den Cup-Wettbewerb hat er als Macher in Bremen oft genutzt, um vor Pokalspielen die Sinne der Profis zu schärfen – vor dem Umbau des Weserstadions waren an den Treppenstufen zum Spielertrakt extra die Jahre aufgemalt, in denen Bremen Pokalsieger wurde. Auch wegen Allofs‘ Ambitionen galten die Hanseaten lange als wahre Pokalspezialisten.

Sein aktueller Arbeitgeber hat in diesem Wettbewerb noch nicht viel zustande gebracht. Sicherlich, im Vorjahr erreichte der Werksverein immerhin das Halbfinale, doch dummerweise standen die übermächtigen Bayern im Weg und fegten Wolfsburg mit 6:1 aus der Arena. Und 1995, als noch Eckhard Krautzun die „Wölfe“ befehligte und Profis wie Claus-Dieter Wollitz, Detlev Dammeier oder Siegfried Reich auf der Lohnliste standen, hatte der VfL Wolfsburg die Hand nicht wirklich am Pokal, weil das Endspiel gegen Borussia Mönchengladbach klar mit 0:3 verloren ging.

Erst 11 000 Tickets verkauft

Da wirken heute die Chancen größer. Es hätte Wolfsburg schlimmer treffen können, als das Viertelfinale bei der TSG Hoffenheim (19 Uhr) in Sinsheim zu bestreiten, wo bislang erst 11 000 Tickets verkauft sind. „Gewinnen ist die beste Strategie“, hat Trainer Dieter Hecking am Dienstag verlauten lassen, nachdem am Montag der mächtige Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz sich sogar auf dem Wolfsburger Trainingsplatz blicken ließ und mit der sportlichen Leitung plauschte.

Die Losung ist klar: Möglichst weiterkommen, ein bisschen Losglück, unbedingt Heimrecht im Halbfinale und bitte nicht wieder die Bayern – dann ist alles machbar beim Verein mit den (fast) unbegrenzten Möglichkeiten. Das vorletzte Mal reicht die Finalteilnahme ja aus – sollte ein später für die Champions League qualifizierter Klub das Endspiel gewinnen –, um sich für die Europa League zu qualifizieren. Wie groß der Drang nach einer internationalen Plattform ist, hat erst wieder Allofs-Geschäftsführerkollege Thomas Röttgermann auf dem Sport-Business-Kongress „Spobis“ verraten: „In allen ausländischen Märkten haben wir bereits eine Grundbekanntheit.“ Das Renommee des Autobauers wolle die Fußballtochter alsbald nutzen, „wir werden im Ausland sofort positiv wahrgenommen.“ Und gerade deshalb soll das VfL-Ensemble lieber heute als morgen in den internationalen Wettstreit treten. Warum sonst jettete der Erstligist schon diesen Winter durch die halbe Welt?

"Fair Play" kein Problem - sagt Rummenigge

Dass der VfL Wolfsburg wegen der enormen Zuwendungen aus der Konzernzentrale – die Schätzungen schwanken zwischen 60 und 90 Millionen Euro – wegen des Financial Fairplay Probleme mit der Uefa bekommen könnte, glauben die Geschäftsführer übrigens nicht. „Für einen Betrag X gibt es klar geregelte Gegenleistungen. Die Annahme, ‚VW zahlt einfach alles‘, der man oft begegnet, ist nicht zutreffend“, sagte der für Finanzen zuständige Wolfgang Hotze jüngst der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“.

Auch der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern und zugleich Anführer der Europäischen Klubvereinigung (ECA), Karl-Heinz Rummenigge, hegt keinerlei Bedenken, dass die konzernalimentierten Bundesligisten Bayer Leverkusen oder VfL Wolfsburg mit der neuen Regelung in Konflikt geraten. „Sie müssen die Kriterien erfüllen, aber das wird kein Problem.“ Paris St. Germain dürfe dagegen nicht einfach 200 Millionen Euro als Sponsorengeld aus Katar eintragen, „das ist kein marktgerechter Preis“, meint Rummenigge. Und darauf käme es in erster Linie an.

Der Wolfsburger Geldgeber bezahlt übrigens auch noch dafür, als Partner des nationalen Pokals aufzutreten. Seit 2012 hat sich Europas größter Automobilhersteller exklusive Werbe- und Marketingrechte gesichert, platziert ein Logo auf allen Ärmeln und lässt sich das Engagement einen einstelligen Millionenbetrag kosten – damit gleicht der DFB teilweise jenen Fehlbetrag aus, der durch den Rückzug des ZDF aus den Pokal-Übertragungen entstand. Klar, dass die VW-Bosse nichts lieber sähen, als ihren VfL am 17. Mai im Finale. Ambitionen, die mit Allofs‘ Vorlieben konform gehen.

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