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Ein Kreuz wie zwei Möbelpacker: Der Franzose Alain Bernard bejubelt seinen Olympiasieg über 100-Meter-Freistil.
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Ein Kreuz wie zwei Möbelpacker: Der Franzose Alain Bernard bejubelt seinen Olympiasieg über 100-Meter-Freistil.

Alain Bernard

Schwimmender Bodybuilder

  • Jürgen Ahäuser
    VonJürgen Ahäuser
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Der wachstumsstarke Franzose gewinnt die Königsdisziplin und wirft viele Fragen auf.

Wer einen Umzugshelfer sucht, der Kerl könnte behilflich sein. Unter einem im Rückenbereich tief ausgeschnittenen Schwimmanzug quellen die Muskelpakete nur so hervor. Alain Bernard macht um die Muckibude keinen Bogen, das sieht man. Ob der Olympiasieger über 100-Meter-Freistil vielleicht vor oder nach dem Besuch im Kraftraum den Onkel Doktor aufsucht, weiß man nicht.

Der Franzose hat nicht nur ein Kreuz wie zwei Möbelpacker, er hat auch eine ausladende Kinnpartie und einen nicht sehr kleidsamen Überbiss. Und der Ex-Weltrekordler hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. 2006 ist Bernard mit einer Zeit von 49,47 Sekunden Achter der Europameisterschaft geworden. Zwei Jahre später tauchte der 25 Jahre alte Hüne mit seinem Astralkörper bei der EM nach 47,50 Sekunden wieder aus dem Wasser auf. Das war Weltrekord und 24 Hundertstelsekunden schneller als die alte Marke.

Der Mann, der 2007 bei der WM in Melbourne noch mit einer Zeit von 48,89 im Halbfinale hängen geblieben war, ist 2008 wie ein Torpedo aus der Tiefe des Wasserbeckens aufgetaucht. In Peking ereignete sich dann Erstaunliches. Der Australier Eamon Sullivan schwamm am 11. August Weltrekord (47,24), Bernard konterte am 13. August zunächst, ehe der Australier die Weltbestmarke schließlich im Olympia-Halbfinale auf die aktuelle Marke von 47,05 schraubte. Das Finale entschied dann Bernard in entspannten 47,21 Sekunden vor Sullivan (47,32).

Wer den wachstumsstarken Mann aus Marseille schlägt, der kann nicht einfach auf einen Persilschein hoffen, nur weil er neben dem schwimmenden Bodybuilder wie ein halbstarker Beach-Boy aussieht. Zumal der Silbermedaillengewinner aus Perth eine ganz ähnliche Entwicklung hinter sich hat. 2006 lag die Bestzeit des Australiers bei 49,09 Sekunden.

Mit Schwimmen begann er, um sein Asthma zu lindern. Dritter wurde übrigens Jason Lezak. Jener US-Amerikaner, der den eine Körperlänge vor ihm liegenden Bernard auf der letzten Bahn der 4- x -100-Meterstaffel wie einen Bademeister aussehen ließ. Eine ebenso atem- wie verstandraubende Leistung.

Da kann Pieter van den Hoogenband, von 2000 bis in dieses Frühjahr Weltrekordler über die klassischste aller Schwimmstrecken trotz persönlicher Bestzeit im Finale, nicht mehr mithalten. Der Fliegende Holländer hängt die Badehose an den Nagel.

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