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Schwamm in Rom unter 2:08 Minuten: Marco Koch.

Schwimm-WM

Bereit für die Überraschung

Die WM ist Brustschwimmer Marco Koch Durchgangsstation auf dem Weg zu Tokio 2020

Marco Koch hat ein Faible für ehemalige Bundestrainer. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London coachte den letzten deutschen Schwimm-Weltmeister im Becken der wenige Monate zuvor gefeuerte Dirk Lange. Jetzt setzt der 29-Jährige auf den zurückgetretenen Henning Lambertz. Was im ersten Versuch mit einer großen Enttäuschung endete, soll im nächsten Jahr in Tokio zum krönenden Abschluss der Karriere führen.

„Ich denke, der Weg ist der richtige“, sagte Koch, der heute bei der WM in Gwangju im Vorlauf über 200 Meter Brust ins Wasser springt. Die Weltmeisterschaft ist für ihn zwar nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Olympia – doch der Darmstädter ist durchaus für eine Überraschung gut.

Vor einem Monat tauchte Koch, der im vergangenen Jahr die EM verpasst und danach an Rücktritt gedacht hatte, plötzlich wieder in der Weltspitze auf: In Rom schwamm er erstmals seit drei Jahren wieder unter 2:08 Minuten und war selbst „riesig überrascht“. Die Konsequenzen, die er nach einer „kurzen Auszeit“ (Lambertz) nach der EM-Enttäuschung gezogen hat, wirken. Koch, der einzige deutsche Weltmeister auf der 50-Meter-Bahn der letzten zehn Jahre, löste sich aus seiner Komfortzone und verließ seine Heimatstadt Darmstadt, um in Frankfurt bei der SG zu trainieren und „einen neuen Reiz zu setzen“.

Lambertz, der sich im Dezember im Unfrieden vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) verabschiedete, schreibt ihm die Trainingspläne. „Wir haben sehr viel Wert auf Athletik gelegt, seine körperliche Verfassung ist sehr gut“, sagte der Ex-Bundestrainer. Nach dem intensivierten Krafttraining, gegen das viele Schwimmer Sturm gelaufen waren, „brauchte es ein bisschen Zeit, das Gefühl im Wasser wiederzufinden“, so Lambertz. In Gwangju will der Weltmeister von 2015, aktuell Fünfter der Weltrangliste, „eine neue Bestzeit“ schwimmen, sein deutscher Rekord vom EM-Titel in Berlin (2:07,47 Minuten) ist schon fünf Jahre alt. Ob das für eine Medaille reichen wird, weiß Koch nicht: „Die Dichte ist sehr groß.“ Im nächsten Jahr will er laut Lambertz „unter 2:07“ – also in die Bereiche des Weltrekords des Japaners Ippei Watanabe (2:06,67) vorstoßen. (sid)

Milak knackt Phelps-Rekord

Der Ungar Kristof Milak hat den zehn Jahre alten Weltrekord von Rekord-Olympiasieger Michael Phelps über 200 Meter Schmetterling geknackt. Der 19-Jährige sicherte sich nach 1:50,73 Minuten überlegen Gold und war dabei 78 Hundertstelsekunden schneller als Phelps bei der WM in Rom.

Lagenschwimmer Philip Heintz macht Hoffnung auf eine Medaille am heutigen Freitag. Der 28-Jährige schlug nach 1:56,95 Minuten an und belegte im Halbfinale Rang zwei. Vize-Weltmeisterin Franziska Hentke hat es über 200 Meter Schmetterling erreicht als Fünfte in 2:08, 14 Minuten ins Finale geschafft. 

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