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Schwimm-Olympiasiege für 15- und 16-Jährige

Immer wieder musste sich Olympiasiegerin Ruta Meilutyte bei der Medaillenzeremonie Tränchen aus den Augen wischen. Die ...

London. Immer wieder musste sich Olympiasiegerin Ruta Meilutyte bei der Medaillenzeremonie Tränchen aus den Augen wischen. Die gerade einmal 15 Jahre alte Brustschwimmerin aus Litauen begriff ihren Gold-Coup kurz nach dem Rennen in London noch nicht.

«Ich kann es nicht glauben, das ist zu viel für mich», rang die Schülerin mit den bunt durcheinander lackierten Fingernägeln nach Worten. «Es war hart und schwierig. Im Moment kann ich nicht viel sagen, aber ich bin unheimlich stolz.»

1:05,47 Minuten leuchteten nach 100 Metern Brust auf der Anzeigetafel auf. Diese erstaunliche Leistungsexplosion brachte vor der 200-Meter-Olympiasiegerin Rebecca Soni (USA) den Sieg ein. Es war vor den Augen der litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite auf der Tribüne das erste olympische Schwimm-Edelmetall für Litauen.

«Ein Star ist geboren. Mit einem englischen Trainer an die olympische Spitze», schrieb die Tageszeitung «Lietuvos Rytas» über die in Großbritannien lebende Sportlerin. Erst vor wenigen Jahren zog Meilutyte, deren Mutter 2001 bei einem Autounfall starb, aus Litauen nach England, wo ihr Vater und ihr älterer Bruder bereits lebten. Dort profitierte sie auch von einem britischen Schwimm-Eliteprogramm, in dessen Rahmen zum Beispiel auch der englische Wassersprung-Held Thomas Dailey gefördert wurde.

Die Jugendliche aus dem Baltikum reiht sich ein in eine junge Riege von Schwimm-Olympiasiegerin in London. Die Chinesin Ye Shiwen (16 Jahre) verblüffte mit Gold und Weltrekord über 400 Meter Lagen, am Dienstagabend war sie im Rennen über halbe Distanz ebenfalls nicht zu schlagen. Die Amerikanerin Missy Franklin (17) wiederum wurde ihrer Favoritenrolle über 100 Meter Rücken ebenso gerecht wie der Franzose Yannick Agnel und der Chinese Sun Yang (beide 20). Meilutyte ist allerdings der einzige Shootingstar, denn die anderen jungen Olympiasieger hatten schon vor den Spielen große Erfolge gefeiert.

«Es gibt viele junge Talente, die bei den Olympischen Spielen auf sich aufmerksam gemacht haben», sagte der deutsche Leistungssportdirektor Lutz Buschkow mit Blick auf die Ergebnislisten. «Da müssen im Nachwuchsbereich im frühen Kinder- und Jugendalter Trainingsprozesse in den Nationen realisiert worden sein, die zur Spitze hinführen.» Die jüngste deutsche Schwimmerin bei Olympia, die 17-jährige Alexandra Wenk aus München, schied nach ordentlicher Leistung über 100 Meter Schmetterling im Vorlauf aus. Man müsse in Ruhe nachhaken, welche Möglichkeiten es in anderen Ländern gebe, betonte Buschkow, «und wie an der Stelle unsere Bedingungen sind».

Auch wenn die jungen Schwimmerinnen auffallen, ein reines Teenie-Tummeln auf den Goldrängen ist es nicht. Die anderen der ersten Olympiasieger im Aquatics Centre sind zwischen 24 und 27 Jahre alt. «Man kann nicht sagen, dass man eine Tendenz ablesen kann. Es gibt 'mal mehr jüngere und dann wieder ältere. Ich denke da nur an Dara Torres», sagte Norbert Warnatzsch. Der Trainer von Britta Steffen erinnerte an die Amerikanerin Torres, die 2008 in Peking mit 41 Jahren dreimal Silber holte. «Für mich bleibt der beste Weg, kontinuierlich und behutsam aufzubauen», sagte Warnatzsch.

Sehr sprunghaft dagegen war der Leistungsanstieg von Meilutyte. Innerhalb von zwei Jahren verbesserte sie laut Medienberichten in der Heimat ihre Bestzeit um fast fünf Sekunden, bis zum Europarekord von 1:05,21 auf dem Weg zum Olympiasieg. «In diesen Jahren wurde das Training immer intensiver, und ich bin gewachsen, was wahrscheinlich auch eine ganze Menge dazu beigetragen hat. Umso besser das Ergebnis jedoch ist, umso schwieriger ist es zu verbessern», begründete die Sportlerin ihre rasante Entwicklung.

Die Fan-Gemeinde bei Facebook schnellte bei Meilutyte ähnlich rasant nach oben wie ihre Zeiten in den vergangenen Jahren. Das dürfte auch für das Bankkonto der Schülerin gelten: Denn der Sieg soll mit über 100 000 Euro Prämie belohnt werden.

Die litauische Präsidentin Grybauskaite verschob extra ihre Rückkehr aus London um einen Tag, um sich das Finale auf der Tribüne anschauen zu können. «Ganz Litauen verfolgte atemlos Ihre Auftritte seit den ersten Momenten bei den Olympischen Spielen. Sie haben die ganze Welt überrascht - als 15-Jährige haben Sie bereits olympische Geschichte geschrieben», betonte die Präsidentin. (dpa)

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