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Fliegt derzeit nicht weit genug: Severin Freund.

Severin Freund

Der schwierige Weg zurück

Für Severin Freund ist die Vierschanzentournee mit dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen schon zu Ende.

Für Skispringer Severin Freund ist mit dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen die Vierschanzentournee beendet. „Wir haben viel probiert. Er probiert alles, da müssen wir ein Ersatzprogramm auflegen“, sagte Bundestrainer Werner Schuster am Dienstag in der ARD über Freunds Leistungen. Er nominierte dafür Constantin Schmid für die letzten beiden Tourneestationen in Österreich. Zum siebenköpfigen Team auf den Schanzen in Innsbruck und Bischofshofen gehört auch Andreas Wellinger. Für den Olympiasieger war am Dienstag wie schon beim Tournee-Auftakt nach dem ersten Durchgang in Garmisch Schluss.

Der Bundestrainer hatte es schon vorher gewusst. „Allen, die vielleicht auf eine Auferstehung von Severin Freund gehofft haben, denen habe ich den Zahn gezogen“, sagte Werner Schuster. „Das war mir klar.“ Sein früherer Weltklasse-Adler springt den Top-Leuten beim ersten Highlight des Winters nur hinterher, verpasste zum Auftakt in Oberstdorf gar den zweiten Durchgang und damit die Punkteränge. Er hätte sich erhofft, dass die Rückkehr zu alter Form schneller geht, sagte Skispringer Freund in Garmisch-Partenkirchen. „Aber das Leben ist kein Wunschkonzert.“

Nur 41. in Garmisch

Und deshalb sieht das typische Bild des einst besten deutschen Adlers bei der Tournee bislang so aus: Freund springt vom Schanzentisch ab, segelt durch die Luft, landet mit einer viel zu geringen Weite und zieht dann im Auslauf resignierend die Arme leicht nach oben. In Oberstdorf war das so, und bei Rang 41 in Garmisch mit 119 Metern ebenso. Für den 30-Jährigen ist der erhoffte Weg zurück in die Riege der besten DSV-Springer nach zwei Kreuzbandrissen und langer Pause ein harter Kampf mit ungewissem Ausgang. Aufgeben kommt für ihn trotz mehrerer entmutigender Resultate nicht in Frage.

Freund wirkt aufgeräumt, verzweifelt nicht und geht mit den Rückschlägen professionell um. Geduldig erklärt er den Journalisten seine Sprünge, patzig sieht man den Niederbayern rund um die Tournee-Schanzen nicht. Er sieht seine Situation so: „Ich hatte schon sehr, sehr viele gute Jahre in meiner Karriere. Und dann zu denken, ich komme wieder zurück und es geht gleich nahtlos weiter, ist halt ein bisschen schwierig.“ Er weiß: Ein Comeback in die Spitze gelingt nur mit akribischer Arbeit – und viel Geduld. Einen Freifahrtsschein, das hatte Schuster schon vorher erklärt, wird es nicht geben. „Es muss leistungsmäßig gerechtfertigt sein, dass Severin weiterfährt. Sonst fährt er nicht weiter“, sagte der 49 Jahre alte Coach. Genauso ist es nun gekommen.

Andere DSV-Adler nähren derzeit die Hoffnungen der deutschen Fans auf neue Erfolge. Allen voran Markus Eisenbichler, der in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen Zweiter wurde. Der 27-Jährige versucht, Freund so gut wie möglich zu unterstützen. „Ich kenne ihn schon ewig, und natürlich versucht man, ihn aufzubauen“, sagt Eisenbichler. „Wir sind ja ein Team.“ Ein Team, zu dem Freund jetzt erst einmal nicht mehr gehört. (dpa)

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