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Kommentar zu Ballack vs. Löw

Schwarzes Loch

Wer so lange braucht, um an der Wir-vertragen-uns- wieder-Formulierung herumzudoktern, der kann niemandem weis machen, dass man sich nun wieder lieb habe. Von Arnd Festerling

Haben wir eigentlich alle in einer Zeitmaschine gesessen? Standen in der Otto-Fleck-Schneise alle Zeiger still seit vorgestern Abend? Denn da, am Donnerstag um 19 Uhr, hat Michael Ballack die Zentrale des DFB in Frankfurt verlassen. Das wissen wir, denn trotz äußerster Geheimhaltung hat ein gutes dutzend Fotografen den Beinahe-Ex-Kapitän auf seinem ganz persönlichen Bußgang in des Bundestrainers Büro fotografiert. Drinnen hat Joachim Löw dem aufmüpfigen Star gehörig die Meinung gegeigt und der hat sich für alles entschuldigt und will's auch nicht wieder tun. Dann ist er zurück nach London geflogen. Und dann folgte ein schwarzes Loch. Ein unerhörtes Nichts in dieser Angelegenheit. Einmal noch, am Vormittag, hat der DFB gezeigt, dass es ihn gibt und gebeten von Anrufen abzusehen, man werde sich nach Beschlussfassung melden.

Danach das große Schweigen. Stundenlang. Bis zum späten Nachmittag. 21 lange Stunden, seit Ballack den DFB verlassen hatte. Um schließlich zu sagen, dass alles in Ordnung sei. Alles in Ordnung? Und was hat man den ganzen Tag gemacht? Karten gespielt? Beim DFB, so sieht es aus, ist gerade mal gar nichts in Ordnung. Wer so lange braucht, um an der Wir-vertragen-uns-wieder-Formulierung herumzudoktern, der kann niemandem weis machen, dass man sich nun wieder lieb habe.

Ganz offensichtlich haben einige Spieler ein Problem mit Löws unverhofftem Systemwechsel von Nibelungentreue zum Leistungsprinzip. Ganz offensichtlich hat zumindest der Kapitän der Mannschaft ein Problem mit Oliver Bierhoff, das weit über die Frage hinausgeht, wer wann welche Plakate herumträgt. Nun kann gegen das Leistungsprinzip im Leistungssport bestenfalls geschmäcklerisch argumentiert werden. Aber atmosphärisch liegt offenbar doch einiges im Argen. Ein lange hinausgeschobenes Gespräch mit Torhüter Hildebrandt, der Aussetzer von Kuranyi, die Interviews von Ballack und Frings - das ist für einen Bundesligisten viel und für das DFB-Team zu viel Theater. Und nun das schwarze Loch vom Freitag. Früher oder später werden wir erfahren, was in diesen dunklen Stunden verhandelt wurde. Wenn das nicht neuen Ärger bedeutet.

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