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Leiser Jubel: Die Freiburger freuen sich über das Tor des Tages.

Pleite für Stuttgart

Schwäbische Ernüchterung

Nach einer Heimniederlage im Südwest-Derby gegen den SC Freiburg steckt der VfB Stuttgart weiter auf einem Abstiegsplatz fest. Beim 0:1 haben die Stuttgarter vor allem die erste Halbzeit verschlafen, erst nach der Pause lief es etwas besser. Doch Freiburg ließ keinen Gegentreffer mehr zu.

Ganz am Ende kam auch noch Unvermögen hinzu: Der VfB Stuttgart, der sich über fast 90 Minuten so verzweifelt wie vergeblich bemüht hatte, im Südwest-Derby gegen den SC Freiburg brauchbare Torchancen herauszuspielen, bekam zwei Minuten vor Schluss die große Möglichkeit zum Ausgleich auf dem Silbertablett serviert. Da ließ der sonst vorzügliche Freiburger Torwart Oliver Baumann den Ball fallen, VfB-Stürmer Martin Harnik spritzte dazwischen, doch brachte der gebürtige Hamburger das Kunststück fertig, die Kugel am leeren Tor vorbeizuschießen. Trainer Bruno Labbadia und Sportdirektor Fredi Bobic wandten sich mit Entsetzen ab. Durch eine ernüchternde 0:1 (0:1)-Heimniederlage stecken die Schwaben damit weiter auf einem Abstiegsplatz fest.

Labbadia kritisierte: „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, wir waren vorne zu mutlos. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass die Mannschaft wollte.“ Zur Schlüsselszene mit Harnik sagte der Ex-Stürmer: „Normalerweise macht Martin diese Möglichkeiten. Für uns ist das sehr bitter, wir hatten einen Punkt verdient gehabt.“ Labbadia haderte zudem mit Schiedsrichter Jochen Drees, der nicht auf Handelfmeter entschied, als Freiburgs Abwehrspieler Heiko Butscher den Ball mit dem Ellbogen abgewehrt hatte.

Flum erzielt das einzige Tor

Johannes Flum sicherte letztlich den Breisgauern den zweiten Erfolg in Stuttgart überhaupt mit seinem zweiten Saisontor (24.). Während Stuttgart auf Abstiegsplatz 17 bleibt, kletterte der SC auf Rang sechs. „Dieser Auswärtssieg war ein hartes Stück Arbeit. Wir haben uns das aufgrund der kämpferischen Leistung verdient“, sagte Freiburgs Trainer Robin Dutt. Höhere Ambitionen wehrte Dutt hat: „Damit beschäftigen wir uns nicht.“ Bei den Gästen stand etwas überraschend Top-Torjäger Papiss Cissé nach seinem Muskelfaserriss und dem verpassten Spiel gegen den 1. FC Nürnberg wieder in der Startelf.

Der VfB hatte das Spiel unter das Motto „niemals zweite Liga“ gestellt. Um zu dokumentieren, wie ernst die Situation ist, wurden 40 000 Schals mit diesem Schriftzug verteilt, über der Untertürkheimer Kurve prangte zudem dasselbe Motiv. Vor 38 600 Zuschauern agierten die Gastgeber aber in der ersten Halbzeit „wie gelähmt und übernervös“, wie Erwin Staudt zur Pause völlig zu Recht monierte. „Es fehlt die Leichtigkeit“, konstatierte der VfB-Präsident. Die soll Zugang Shinji Okazaki der Mannschaft verleihen. Der japanische Offensivspieler kommt als Neuzugang. Er erhält einen Vertrag bis 2014. (sid/fr)

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