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Das schöne Mädchen von Seite eins

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Caroline Wozniacki aus Dänemark gehört als Nummer zwei zu den weltweit besten Tennisspielerinnnen.
Caroline Wozniacki aus Dänemark gehört als Nummer zwei zu den weltweit besten Tennisspielerinnnen. © rtr

Caroline Wozniacki nimmt die Rolle als Glamourgirl des Tennis-Zirkus gerne an. In Stuttgart verabschiedet sich die Weltranglistenzweite früh. Von Reinhard Sogl

Von Reinhard Sogl

Gut, dass auf dem überdimensionalen Porträt in der Stuttgarter Arena der Name Caroline Wozniacki steht. Mit aufreizend locker in die Hüfte gestemmtem linkem Arm, streng nach hinten gekämmtem Haar und vorwitzigen Wangenknochen blickt ein Vamp auf den Center Court, auf dem gerade eine Tennisspielerin um den Einzug ins Viertelfinale des WTA-Turniers kämpft.

Die Pferdeschwanzträgerin heißt genauso wie das Model auf dem Foto, aber bis auf die drei Streifen an den Shirts und die Haare scheint es wenig Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Blondinen zu geben. Das ist die gute Nachricht: Die 19 Jahre alte Dänin mit den polnischen Wurzeln kann noch trennen zwischen dem Catwalk und dem Court.

Sie definiert sich, im Gegensatz zu der weltweit finanziell erfolgreichsten Sportlerin Anna Kurnikowa, vor allem als Tennisspielerin und nicht als Model, auch wenn sich ihr von Stella McCartney entworfener Rüschenrock eher für den großen Auftritt jenseits der Grundlinien eignen würde.

Frühes Aus

Die schlechte Nachricht für Stuttgart: Die an Nummer eins gesetzte Weltranglistenzweite, die anders als die titellose Russin schon sieben Turniere gewonnen hat, ist bereits an ihrer Auftakthürde Lucie Safarova gescheitert. Die Tschechin besiegte die noch unter den Folgen einer Knöchelverletzung laborierende Dänin 6:4, 6:4.

Bestimmt kein Beinbruch für den einzigen Teenager in den Top Ten, der als die jüngste Verheißung im Wanderzirkus gilt. "Caroline bringt alles mit, um einmal ganz oben zu landen. Sie hat die richtige Einstellung und kann als ausgewiesene Allrounderin auf allen Belägen bestehen", sagt Martina Navratilova über die in Odense geborene Tochter eines Fußballers und einer Volleyballnationalspielerin aus Polen. Und sie hat das Zeug zum Superstar in einer Branche, die mehr denn je auf eine Kombination von Glamour und Gladiatorentum setzt.

Caroline Wozniacki, die die von der verletzungsanfälligen Maria Scharapowa hinterlassene Lücke ausfüllt und auch wegen ihrer fingerlangen Ohranhänger an die Russin erinnert, ist prädestiniert für die Doppelrolle. "Ich stehe gern im Rampenlicht. Wenn ich kein Tennisprofi geworden wäre, hätte ich gern eine Karriere als Schauspielerin eingeschlagen", sagt der (Foto-)Shootingstar.

Wie gut sie diese Rolle beherrscht, bewies sie im vergangenen August. Vor den US Open, bei denen sie später das Finale erreichte und erst von Kim Clijsters gestoppt wurde, mimte Wozniacki den Fußballfan. Im Beisein eines medialen Großaufgebots schaute sie beim Training der Los Angeles Galaxy vorbei und ließ sich hinterher zitieren, dass ihr Treffen mit David Beckham "cool" gewesen sei. Dabei habe sie dem Superstar dann aber leider gestehen müssen, dass sie Fan des FC Liverpool und von Fernando Torres sei.

Bestimmt ein Zufall nur, dass sowohl die Major League Soccer, "Becks", die "Reds" und deren spanischer Stürmer beim selben Ausrüster aus Herzogenaurach mit Millionen dotierte Werbeverträge besitzen wie das neue Covergirl der WTA-Tour.

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