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Wieder eins mit den eigenen Fans: Union-Trainer Uwe Neuhaus.
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Wieder eins mit den eigenen Fans: Union-Trainer Uwe Neuhaus.

Eintracht-Gegner Union Berlin

Schnell versöhnt

Union Berlin ist nach allerlei Ungeschicklichkeiten zu Beginn wieder in der Spur. Gegen Eintracht Frankfurt droht Ungemach: Bei Union fallen die beiden torgefährlichsten Spieler aus.

Von Matthias Wolf

Union Berlin ist nach allerlei Ungeschicklichkeiten zu Beginn wieder in der Spur. Gegen Eintracht Frankfurt droht Ungemach: Bei Union fallen die beiden torgefährlichsten Spieler aus.

Ob die Rückfahrt wirklich ein Spaß wird? Uwe Neuhaus, der Trainer, zuckt mit den Schultern. „Das ist so wie mit der Aufstellung ? man weiß immer erst hinterher, ob die Entscheidung richtig war.“

Die Mannschaft des 1. FC Union Berlin steigt nach dem Spiel bei der Frankfurter Eintracht in den Party-Zug, der mit 800 Fans gefüllt ist. Die Spieler sollen dann zwei Fässer Freibier an die Anhänger ausschenken. Gut möglich, dass dann bei manchem der Kater gewaltig ist, wenn er am Samstag um 4.13 Uhr, wieder in Berlin, aus dem Zug wankt.

Gefeiert werden soll aber in jedem Fall, unabhängig vom Ergebnis. Es heißt, bei Union machen sich Verantwortliche viel weniger Sorgen um die Gemütslage der eigenen Fans, denn um die Sicherheit der Spieler auf dem Weg von der Arena zum Bahnhof; hält man doch das Frankfurter Publikum in Teilen für problematisch. In Berlin-Köpenick jedenfalls sind Fans und Team längst wieder in der Spur. Gemeinsam.

Absolution für Zingler und Neuhaus

Das war kürzlich noch anders. Nach dem 0:4 in Dresden gab es quasi Freibier für die Profis, die mutig in die Fankurve gestapft waren. Die Spieler fanden dann die Würfe von vollen Bechern und Feuerzeugen schockierend. „Seit ich hier bin“, sagte Kapitän Torsten Mattuschka, im sechsten Jahr Unioner, „habe ich so eine Aggression noch nie erlebt.“

Vergangenheit.

Nirgendwo sonst in Liga zwei wird wohl so schnell verziehen wie im Berliner Südosten. Schnell abgehakt war etwa die Vergangenheit des Vereinspräsidenten Dirk Zingler, der den Fans verschwiegen hatte, dass er einst Unteroffizier beim Wachregiment der Stasi war – unfassbar für viele Eiserne, die sich schon zu DDR-Zeiten als sportlicher Gegenpart zum Stasi-Klub BFC Dynamo sahen. Doch die Masse erteilte Zingler Absolution. Gleiches galt dann auch für Neuhaus.

Dem Trainer, im fünften Jahr bei Union und damit der dienstälteste Coach der Liga, blies der Wind zu Saisonbeginn gewaltig entgegen, nun nutzte er – ebenso wie Zingler – die Bühne eines Fantreffens, um in bierseliger Atmosphäre den entscheidenden Schritt auf die Fans zuzugehen: Ja, er könne verstehen, dass ihn mancher für arrogant halte, das sei nur Selbstschutz. Und ja, er habe auch sportlich einige Fehler gemacht.

Auswärts schwächelt Union

Noch an diesem Abend kündigte er die Begnadigung für den suspendierten Jérôme Polenz an, und erklärte Publikumsliebling Jan Glinker wieder zur Nummer eins. So werden die Probleme bei Union gelöst. Und, Schwupps, stellt sich auch der Erfolg wieder ein: Zuletzt gab es vier Heimsiege. Nur auswärts schwächelt die Mannschaft. Das ist hinderlich beim Erreichen des Saisonziels: ein einstelliger Tabellenplatz.

Zingler hat gesagt: „Wir können nicht jedes Jahr damit zufrieden sein, dass drei, vier Mannschaften noch schlechter sind als wir.“

Für Frankfurt deutet indes auf den ersten Blick wenig auf eine Überraschung hin. Mit Silvio und Mosquera fallen ausgerechnet die torgefährlichsten Spieler aus. Sie haben exakt die Hälfte der 14 Union-Treffer erzielt. „Das Spiel in Dresden war schon eine Demonstration ihrer Stärke“, sagt Neuhaus über die Eintracht. Das klingt ängstlich. Obwohl, sie erinnern sich auch gerne an die vergangene Saison. Da wurde eine Mannschaft auf deren Platz besiegt, die Neuhaus „von der Qualität her für vergleichbar“ hält mit der Eintracht: Hertha BSC.

Wie einst Hertha so besitze auch Frankfurt, personelle „Extraklasse für die zweite Liga“. Und dann gab es zuletzt am 10. April 2010 die Sonderzug-Fahrt zum 1. FC Kaiserslautern, damals auch scheinbar übermächtig. Endstand 1:1. Fans und Spieler feierten gemeinsam auf Schienen. „Vielleicht ist das ja ein gutes Omen“, meint Neuhaus.

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