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Schmitt holt WM-Silber im Chaos-Springen

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Martin Schmitt freut sich über Silber bei der WM in Liberec.
Martin Schmitt freut sich über Silber bei der WM in Liberec. © Foto: dpa

Mit dem zweiten Platz im nach einem Durchgang von der Großschanze krönt der viermalige Weltmeister acht Jahre nach seinem doppelten Gold-Coup von Lahti seine großartige Laufbahn.

Liberec. Als Martin Schmitt mit Silber im Chaos-Springen von Liberec die erste WM-Medaille für die deutschen Skispringer seit vier Jahren gewonnen und das Comeback des Jahres perfekt gemacht hatte, wirkte der Routinier wie in Trance. Immer wieder schüttelte der 31-Jährige ungläubig den Kopf, ehe er dem neuen Weltmeister Andreas Küttel aus der Schweiz freudestrahlend um den Hals fiel und danach noch auf dem Sprungturm die Glückwünsche der Konkurrenz entgegennahm. "Es ist ein Traum, dass ich bei einer WM noch einmal auf dem Podium stehe. Die Farbe der Medaille ist mir ganz egal", sagte Schmitt.

Mit dem zweiten Platz im nach einem Durchgang wegen eines heftigen Schnee-Sturms abgebrochenen Wettbewerb von der Großschanze krönte der viermalige Weltmeister acht Jahre nach seinem doppelten Gold-Coup von Lahti seine großartige Laufbahn. "Diese Silbermedaille ist Gold wert. Nach dieser langen Durststrecke so zurückzukommen, ist eine tolle Leistung. Ich gönne ihm das vom Herzen. Er ist für eine tolle Saison belohnt worden", erklärte Bundestrainer Werner Schuster.

Als die Entscheidung der Jury, den Wettbewerb nach zweimaligen Neustart abzubrechen, bekanntwurde, lagen sich Trainer, Funktionäre und Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) jubelnd in den Armen. Das letzte Edelmetall für die deutschen Skispringer hatte es 2005 in Oberstdorf mit Silber im Team-Wettbewerb von der Normalschanze gegeben. "Ich hatte mich mental auf einen zweiten Sprung eingestellt und war im Kopf klar. Mit diesem Ausgang kann ich aber auch leben", meinte Schmitt.

Nach seinem Flug auf 133 Meter im ersten Versuch hatte er erleichtert die Faust geballt. "Ich war relativ gelassen. Der Sprung war sehr gut und flugtechnisch stark. Ich bin sehr zufrieden, aber es kann noch viel passieren", sagte Schmitt zur Halbzeit. Damit sollte er recht behalten, denn das Finale wurde zum befürchteten Nervenspiel. Nach 23 Startern brach die Jury den Durchgang wegen heftigen Schneefalls ab und startete nach 20-minütiger Unterbrechung neu. "Wir wussten, dass ein Schnee-Schauer kommt. Aber wir dachten, dass wir den Wettkampf noch durchbekommen", sagte Walter Hofer, Renndirektor des Weltverbandes FIS.

Mit Hochdruck-Saugern versuchten zahlreiche Helfer, die Anlaufspur vom Schnee zu befreien. Zudem wurde der Anlauf um zwei Luken verlängert. "Die Bedingungen sind nicht wirklich besser, sondern eher schlechter geworden", berichtete Michael Neumayer, der mit 119 Metern als 28. nur mühevoll ins Finale gerutscht war. Immer wieder wurde der Wettkampf unterbrochen, was die Springer zunehmend vor unlösbare Aufgaben stellte, so dass die Jury den Wettbewerb nach 17 Athleten endgültig stoppte.

Ein Opfer der Bedingungen war zuvor auch Michael Uhrmann geworden, der bei 102 Metern vom Himmel fiel. "Ich bin nicht auf Geschwindigkeit gekommen", erklärte der Bayer. Mit seinem gewerteten Sprung von 124,5 Metern belegte er Rang 17. Stephan Hocke segelte im ersten Durchgang bei günstigen Windbedingungen auf 127 Meter. "Das war mit Abstand mein bester Sprung bei dieser WM. Ich habe schon an der Kante gewusst, da geht was", berichtete der Thüringer nach seinem hervorragenden 12. Platz. (dpa)

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