Gregor Schlierenzauer geht optimistisch in die Vierschanzentournee.
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Gregor Schlierenzauer geht optimistisch in die Vierschanzentournee.

Tour de Ski

Schlierenzauer und Ammann auf Sieg programmiert

Bei der Suche nach dem Nachfolger von Rekordsieger Janne Ahonen rechnen alle mit einem Duell zwischen Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann, doch auch Martin Schmitt hofft auf den großen Sprung.

Oberstdorf. Bei der Suche nach dem Nachfolger von Rekordsieger Janne Ahonen rechnen alle mit einem Duell zwischen Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann, doch auch Martin Schmitt hofft auf den großen Sprung.

"Martin hat in Engelberg bewiesen, dass er zurück in der Weltspitze ist. Er ist in Rufweite", sagte Bundestrainer Werner Schuster über seinen wiedererstarkten Hoffnungsträger. In den Tagen vor dem Auftakt der 57. Vierschanzentournee in Oberstdorf hielt sich Schmitt selbst dagegen zurück. "Ich mache mir keinen Druck und will meine Form einfach bestätigen", sagte der 30-Jährige.

Doch die Tournee hat in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass sie ihre eigenen Gesetze hat. So warten die Österreicher bereits seit neun Jahren auf einen Gesamtsieger und Nachfolger von Andreas Widhölzl, der 1999/2000 gewann. Für die Schweizer könnte Ammann gar Historisches schaffen, denn noch nie in der Geschichte der Traditionsveranstaltung stand ein Eidgenosse am Ende ganz oben auf dem Podest. "Schlierenzauer und Ammann sind den anderen ein Stück voraus. Doch das hier ist die Vierschanzentournee. Da gibt es immer einen Kreis von Springern, der Spitzenleistungen bringen kann", meinte Schuster und erwartet spannende Wettkämpfe.

Dass Schmitt bei seiner 14. Tournee-Teilnahme überhaupt wieder zum Kreis der Geheimtipps zählt, nötigt seinem einstigen Teamkollegen Sven Hannawald großen Respekt ab. Seine Rückkehr in die Weltspitze sei "sensationell", sagte der 34-Jährige, der vor sieben Jahren als bislang einziger Athlet alle vier Springen gewinnen konnte, in einem Interview mit der "Bild am Sonntag". "Deshalb bewundere ich Martin: Dass er die Geduld aufgebracht hat, so lange durchzuhalten", sagte Hannawald.

Der ehemalige Bundestrainer Wolfgang Steiert, heute für das russische Team zuständig, freut sich ebenfalls über das Comeback seines einstigen Schützlings, der 1998 bis 2000 auf der Schanze am Schattenberg gewinnen konnte. "Wenn er Glück mit Wind und Wetter hat, kann er vorne dabei sein."

Die beiden heißesten Anwärter auf den Gesamtsieg strotzen vor dem ersten Saison-Highlight zwar vor Selbstvertrauen. Aber auch sie haben Schmitt zumindest im Blick. "Es freut mich für Martin, dass er wieder da ist. Er hat sich toll zurück gekämpft. Man muss mit ihm rechnen", sagte Ammann. Doch der Doppel-Olympiasieger von 2002 will sich nicht zu sehr auf andere Springer konzentrieren. "Ich orientiere mich nicht an der Konkurrenz. Ich weiß, wie gut ich bin", sagte der 27-Jährige und fügte selbstbewusst hinzu: "Ich würde Geld auf mich selbst setzen."

Mit vier Weltcupsiegen in diesem Winter liegt bislang noch vor seinem größten Rivalen Schlierenzauer (2), doch bei der Generalprobe siegte der Österreicher ausgerechnet in Ammanns Heimat. "Die Tournee ist in diesem Jahr das Highlight für mich", sagte Schlierenzauer. "Ich weiß, dass ich Simon schlagen kann. Er springt nicht so gut, dass ich schlaflose Nächte hätte."

Der 18-Jährige muss sich allerdings nicht nur mit Ammann messen, sondern auch mit seinem Landsmann Wolfgang Loitzl. Der 28-Jährige wartet nach wie vor auf seinen ersten Weltcupsieg, zählt als Gesamtdritter aber ebenfalls zu den Sieg-Kandidaten. "Ich will den beiden Paroli bieten. Für einen Tourneesieg würde ich auch noch ein paar Jahre auf einen Erfolg im Weltcup warten", sagte Loitzl. (dpa)

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