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Die Echinacea (Sonnenhut) erfreut sich bei Mensch und Insekt großer Beliebtheit - zum einen wegen ihrer schönen Farben, beim Menschen zum anderen auch wegen ihrer angeblichen Heilwirkung.

Schlechte Noten für Echinacea

Studie ergibt keinen Effekt bei Vorbeugung oder Therapie von Erkältungen

Von AP-KORRESPONDENTIN ALICIA CHANG

Los Angeles (ap). Bislang galten Extrakte des Sonnenhuts als wirksame natürliche Mittel gegen Erkältungen. Doch diesen guten Ruf droht Echinacea nun wohl endgültig zu verlieren: Eine amerikanische-österreichische Forschergruppe stellte in einer Studie an insgesamt 437 Patienten fest, dass die populäre Pflanze entgegen allen Hoffnungen und Vermutungen Husten, Schnupfen und Heiserkeit weder vorbeugen noch therapieren kann.

Der Sonnenhut ist seit Jahrzehnten eine der bekanntesten Heilpflanzen zur Stimulation des Immunsystems. Schon die Indianer Nordamerikas sollen Echinacea-Blätter und -Wurzeln bei fieberhaften Erkrankungen und schlechter Wundheilung nach Verletzungen und Schlangenbissen verwendet haben. Unterschieden werden Extrakte desPurpursonnenhuts (Echinacea purpurea), des blassfarbenen Sonnenhuts (Echinacea pallida) und des schmalblättrigen Sonnenhuts (Echinacea angustifolia).

Die immunstärkende Wirkung wird vor allem auf eine Aktivierung von weißen Blutkörperchen und Fresszellen durch den Presssaft der Pflanze zurückgeführt. Bestätigt wurde ein derart positiver Effekt auf Infektionen der Atemwege aber nur in Tierstudien sowie einigen kleineren Untersuchungen an Menschen. Eine erste Großstudie an 407 Kindern ergab vor zwei Jahren dagegen keinerlei Hinweise darauf, dass Echinacea Erkältungssymptome tatsächlich lindert.

Bei der jüngsten Untersuchung, deren Ergebnis im renommierten "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde, nahmen Forscher der Universitäten von Virginia und Graz nun drei Produktvarianten von Echinacea angustifolia in unterschiedlicher Zusammensetzung unter die Lupe. Die gesunden Testpersonen wurden mit Rhinoviren in Kontakt gebracht und erhielten entweder schon vorher zur Vorbeugung oder aber zur Therapie bei bereits eingesetzter Erkältung eines derEchinacea-Produkte beziehungsweise ein wirkstofffreies Scheinpräparat. Anschließend wurde der Krankheitsverlauf beobachtet.

Pflanzenforscher sieht noch kein endgültiges Urteil

Das Ergebnis der Untersuchung ist ernüchternd: Die Wissenschaftler fanden keinerlei Unterschied in den Infektionsraten zwischen der Echinacea- und der Placebo-Gruppe. Bei beiden Gruppen entwickelten rund 90 Prozent der Probanden eine Erkältung, und auch bei den Symptomen wie Schnupfen und Halsschmerzen ließen sich keineDifferenzen feststellen. Die Studie zeige, dass "Extrakte der Wurzeln von Echinacea angustifolia weder alleine noch in Kombination einen signifikanten klinischen Effekt auf eine Infektion mit Rhinoviren oder auf den Verlauf der Erkrankung haben", erklärten die Wissenschaftler.

Studienleiter Ronald Turner sieht nun die Beweislast für eine Heilwirkung des Sonnenhuts bei den Befürwortern dieser Behandlung. Dagegen rät einer der weltweit renommiertesten Pflanzenforscher zu Vorsicht bei der Interpretation der Studienergebnisse: Die Patienten sollten Echinacea als wirksames Erkältungsmittel nichtabschreiben, sagt der Direktor des Amerikanischen Botanischen Rats, Mark Blumenthal.

Der Wissenschaftler weist darauf hin, dass für die Untersuchung Extrakte verwendet wurden, die im Labor zubereitet wurden und nicht auf dem Arzneimarkt erhältlich sind. Außerdem wirke die Pflanze in höheren Dosen möglicherweise besser. "Diese Studie ist noch kein endgültiges Urteil über die Wirksamkeit von Echinacea", betontBlumenthal.

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