+
Klösterliche Wellness-Oase bei Koblenz: Kloster Arenberg

"Schick den Stress in die Wüste"

Entspannung im Kloster Arenberg

Von Bettina Sachau, dpa

Koblenz (dpa/lrs). Hoch über Koblenz liegt das Kloster der Dominikanerinnen auf dem Arenberg. Doch während im Tal Hektik herrscht, ist in der klaren Bergluft Entspannung angesagt. "Erholen-begegnen-heilen" lautet das Motto des Ordenshauses. 67 Schwestern im Alter von 36 bis 96 Jahren führen hier ihr geistliches Leben. Daneben leiten sie ein modernes Hotel mit einer Fitness- und Wellness-Abteilung sowie Gastronomie. Es gehört zu den vielen religiösen Einrichtungen in Rheinland-Pfalz, die sich für Erholungssuchende geöffnet haben.

Im Juli 2003 stand das Kloster Arenberg, dem ein Kneipp-Sanatorium angegliedert war, wegen finanzieller Verluste vor der Schließung. Ein neues, modernes Konzept war gefragt. Zunächst wurden 15 Millionen Euro in den Neu- und Umbau des Hotels sowie in eine moderne Wellness-Abteilung gesteckt. "Heute sehen wir, dass sich die Investition gelohnt hat", freut sich Verwaltungsdirektor Bernhard Grunau. Demnach kamen in den vergangenen 18 Monaten mehr als 5000 Gäste ins Kloster Arenberg.

Geboten werden Seminare mit Titeln wie "By the rivers of Koblenz biken und beten an Rhein, Mosel und Lahn" oder "Schick den Stress in die Wüste". Mehrmals im Monat gibt es auch Vorträge und Konzerte. Übernachten können die Teilnehmer im Hotel, das umgeben ist von einem sechs Hektar großen Garten mit alten Bäumen. Zu den Gästen zählen auch Irmgard und Walter Benz aus Offenbach bei Frankfurt. Sie kommen wegen der Gesundheit: "Meine Frau hat seit einem halben Jahr eine Lähmung im Bein. Ab morgen bekommt sie hier Anwendungen", sagt Walter Benz, der Stille und Entspannung auf dem Arenberg schätzt.

Je mehr die Gäste zur Ruhe kämen, desto stärker wachse der Wunsch nach einem seelsorgerischen Gespräch, weiß Schwester Scholastika. Die 40-Jährige ist die zweitjüngste Ordensschwester im Konvent und geistliche Begleiterin. "Viele Menschen, die zu uns kommen, suchen nach neuen Lebenswegen und Glaubensinhalten", sagt sie. Bekehren wollen die Schwestern nach eigenen Angaben aber niemanden. Die Schweizerin beteuert: "Wir geben nur Antworten, wenn jemand fragt." Auch die Zisterzienserabtei Marienstatt im Bistum Limburg bietet das ganze Jahr über Vorträge, Wochenendseminare und Meditationskurse.

Besonders beliebt seien die Vorträge des Benediktinerpaters und Bestsellerautors Anselm Grün, berichtet Abt Thomas Denter. Aber auch Wochenendseminare über den Mystiker des Mittelalters, Bernhard von Clairvaux, und Schweigeexerzitien seien gefragt. Im Jahr 2004 nahmen nach Denters Angaben rund 2000 Menschen an den etwa 200 spirituellen Angebote in der Abtei teil.

Nicht nur katholische Abteien und Klöster haben ihre Pforten für Erholungs- und Sinnsuchende geöffnet. Auch die Evangelische Kirche im Rheinland bietet Möglichkeiten zu religiöser Einkehr und Meditation, zum Beispiel im "Haus der Stille" der Evangelischen Kirche in Rengsdorf (Westerwaldkreis). "Wir fragen niemanden, der kommt, nach seiner Konfession", erklärt die stellvertretende Leiterin des Glaubenshauses, Pfarrerin Margot Karberg.

2004 gab es nach ihren Informationen rund 100 Wochen- und Wochenendkurse für kirchliche Gruppen und Einzelpersonen. Mit 20 Betten und vier Appartements ist das "Haus der Stille" ein eher kleines Zentrum. Das Haus trage sich finanziell nicht selbst, berichtet die Pfarrerin. Das sei bei Kursgebühren von durchschnittlich 79 Euro pro Person für zwei Übernachtungen, Vollverpflegung und Kursgebühr nicht möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion