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Leipzigs Trainer Achim Beierlorzer.
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Leipzigs Trainer Achim Beierlorzer.

Kommentar

Schadenfreude

  • Jörg Hanau
    VonJörg Hanau
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Die Roten Bullen sind ein rotes Tuch. RasenBall Leipzig wird den direkten Aufstieg in das Oberhaus wohl doch nicht schaffen. Mittelfristig, das aber ist klar, wird der Retortenklub nicht zu stoppen sein. Ein Kommentar.

Mit der Schadenfreude ist das so eine Sache. Es liegt offenkundig in der Natur des Menschen, sich über die Pein anderer zu erheben, darüber zu lachen, sich gar daran zu ergötzen, wenn’s mal wieder grandios danebengegangen ist. Bestes Beispiel sind dieser Tage die mit vielen Millionen Euro gepamperten Kicker von RB Leipzig. Ganz Fußball-Deutschland klatscht sich freudvoll in die Hände, weil dem vom österreichischen Brausehersteller Dietrich Mateschitz alimentierten Retortenklub der Durchmarsch in die Bundesliga doch tatsächlich zu misslingen scheint.

Die „Roten Bullen“ sind für viele ein rotes Tuch. RB polarisiert. Die Antipathie wird offen ausgelebt – und würde man unter allen deutschen Fußballfans eine Umfrage starten, die überwiegende Mehrheit würde zugeben, diebische Freude ob der in der zweiten Liga nur mäßig erfolgreichen Millionarios zu empfinden. Mit Geld lässt sich eben nicht alles kaufen.

Das stimmt aber nur für den Moment. Und den gilt es deshalb um auszukosten. Der Durchmarsch des Geldadels von der Regionalliga bis ins Oberhaus des deutschen Fußballs scheint vorerst gestoppt. Daran änderte auch die Trainerentlassung vor zwei Wochen nichts: Alexander Zorniger, der Erfolgscoach der zurückliegenden Jahre, ist in Ungnade gefallen, weil er ehrlich seine Meinung sagte. Dem Klub würde es durchaus gut tun, noch eine Saison zweitklassig zu bleiben, gab er zu Protokoll. Doch für Geduld ist kein Platz im ehrgeizigen Projekt RB Leipzig. Sportdirektor Ralf Rangnick handelte, vielleicht auch auf Geheiß von Mateschitz, der lieber gestern als heute die sportliche Rendite seines pekuniären Investments abschöpfen möchte. Allein in dieser Winterpause hat Brause-Didi noch mal fast zehn Millionen Euro in Beine investiert, damit der sofortige Aufstieg doch noch gelingen mag. Zum Vergleich: Nur der VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund haben zwischen den Jahren mehr Geld für neue Spieler in die Hand genommen. Genutzt hat es RB Leipzig aber nichts.

Rangnick wird im Sommer erneut auf große Einkaufstour gehen. Weitere Millionen werden in den Markt gepumpt, durchschnittliche Profis zu überteuerten Preisen nach Sachsen gelockt. Der RB Leipzig ist schon jetzt in lauter kleine Ich-AGs zerfallen. Es gibt zu viele Häuptlinge – oder zumindest zu viele, die sich angesichts ihres Lohnstreifens dafür halten.

Mittelfristig, das ist klar, wird RB Leipzig aber nicht zu stoppen sein. Fußball-Romantiker mögen sich das zwar nicht eingestehen wollen, zu guter Letzt heißt es aber doch: Geld schießt Tore.

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