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Sahnestücke für Frankfurt

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Von: Frank Hellmann

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Was tut man nicht alles, um bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 dabei zu sein. Eine Übersicht.

Was tut man nicht alles, um bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 dabei zu sein. In Leverkusen hat Cheftrainer Bruno Labbadia ganz zufällig auf der Baustelle BayArena mit den neu gegründeten Frauen- und Mädchenteams trainiert, als das von WM-Koordinator Ulrich Wolter angeführte OK-Team zur Besichtigung Station machte.

In Bochum wurde ein nettes Filmchen über die Videotafel eingespielt, auf den Baustellen in Sinsheim und Augsburg Gummistiefel für den beschwerdefreien Rundgang ausgegeben. "Wir haben elf Städte, die nicht nur alle können, sondern auch wollen", sagte Wolter gestern in Frankfurt nach Ende der Stadionrundreise.

Für die 32 Partien zwischen dem 26. Juni und 17. Juli 2011 haben sich Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bochum, Dresden, Frankfurt, Leverkusen, Magdeburg, Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg beworben. Dem Vernehmen nach sind für Frankfurt, seit Anfang der 90er die deutsche Hochburg des Frauenfußballs, die Sahnestücke vorgesehen: ein Spiel der deutschen Frauen, eines der Brasilianerinnen (sofern mit der Setzliste kompatibel), ein Halbfinale und das Finale. Überdies wird hier auch das Hauptquartiers von Fifa und Medien sein.

Eröffnungsspiel in Berlin

Zudem hat man sich auf ein Modell verständigt, das vorsieht, das Eröffnungsspiel der DFB-Frauen in Berlin auszutragen und die restlichen 31 Partien in acht Spielorte zu vergeben. Die erste Vorauswahl wird der für die Stadien beauftragte Winfried Naß bald erarbeiten. Nach Absprache mit der Fifa nickt das DFB-Präsidium am 29. September das Ranking ab, am Tag darauf wird im Bundeskanzleramt mit Angela Merkel feierlich (und live in der ARD) das Ergebnis verkündet - exakt 1000 Tage vor der Eröffnung. Auch hier zeichnen sich die Konturen klar ab: Augsburg und Wolfsburg sind aus regionalen Gesichtspunkten - als nördlichster und südlichster Standort - gesetzt, wie DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach einräumt.

Nach FR-Informationen sind auch die in der Fertigstellung begriffenen Schmuckstücke in Leverkusen, Sinsheim und Dresden sicher dabei. Daraus folgt, dass vor allem Bielefeld, Bochum und auch Magdeburg kräftig zittern müssen. Von diesen drei Städten werden wohl zwei am Ende auf der Streichliste stehen. Niersbach erinnerte sich deshalb allzu gut an den 15. April 2002, als Bremen, Mönchengladbach und Düsseldorf mitgeteilt wurde, nicht bei der WM 2006 dabei zu sein. "Damals sind ja lange Freundschaften kaputt gegangen, diesmal wird es hoffentlich nicht so hart sein."

Budget von 80 Millionen

Die Frauen-WM ist dann doch zwei Dimensionen kleiner. Das OK rechnet mit einem Budget von 80 Millionen Euro. Nur rund 50 Millionen werden durch sechs nationale Sponsoren und vor allem durch den Verkauf von rund einer Million Eintrittskarten eingespielt; kalkuliert wird mit einer 75-prozentigen Auslastung. Wie die Etatlücke zu schließen ist, darüber ist mit der Fifa noch zäh zu verhandeln. Niersbach: "Den Steuerzahler wollen wir mit unserem Etat nicht belasten." Und den eigenen Verband ja auch nicht.

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