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So kennen ihn die Fans aus Handball-Bundesliga: Gudjon Valur Sigurdsson, damals bei den Rhein-Neckar Löwen.

Handball

Die Rückkehr des Eiskriegers

Der Isländer Gudjon Valur Sigurdsson wird neuer Trainer des VfL Gummersbach.

Heiner Brand erfuhr es erst am Montagmorgen, doch das Gütesiegel des früheren Weltmeistertrainers hatte Gudjon Valur Sigurdsson sofort sicher. „Sicherlich überraschend, aber ich finde es eine sehr interessante Verpflichtung. Ich bin mal gespannt, wie er sich schlägt“, sagte Brand, nachdem er die Nachricht vernommen hatte, dass der Isländer seiner alten Liebe VfL Gummersbach zu neuem Glanz verhelfen soll.

In der Tat hatten wohl die Wenigsten damit gerechnet, dass der „Eiskrieger“ nach dem Rücktritt vom aktiven Handball in der Vorwoche sofort ein Traineramt übernimmt. Bis 2022, so hatte der VfL am Sonntag verkündet, läuft sein Vertrag. In dieser Zeit ist das oberste Ziel die Rückkehr des zwölfmaligen Meisters in die Bundesliga, nachdem der Verein vor einem Jahr in die Zweitklassigkeit abgestürzt war und danach den direkten Wiederaufstieg verpasste.

Eine große Aufgabe für Sigurdsson, den Brand jedoch dafür gewappnet sieht. „Er weiß, was im Handball wichtig ist“, sagte die Gummersbach-Legende, die den Klub als Spieler und Trainer prägte: „Wenn es ihm gelingt, diese Dinge auf die Mannschaft zu übertragen, wird sie sicherlich einen Schritt nach vorne kommen im Vergleich zum vergangenen Jahr.“

Brand verspricht sich also viel von Sigurdsson, der vor allem als akribischer Vollprofi bekannt ist. „Die hochprofessionelle Einstellung ist da. Er ist ein sehr guter Spieler gewesen, ich habe ihn ganz selten mal in schwacher Verfassung gesehen, ein sehr intelligenter Spieler“, so der Weltmeister-Trainer von 2007. Und Stallgeruch bringt er auch mit.

Von 2005 bis 2008 spielte der heute 40-Jährige Sigurdsson beim VfL, bevor ihn seine Laufbahn zu anderen Topvereinen in ganz Europa verschlug. THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen, FC Barcelona und zuletzt Paris St. Germain, wo er nach dem coronabedingten Saisonabbruch seinen achten nationalen Meistertitel holte: Fußspuren hat Sigurdsson als Spieler genügend hinterlassen.

Ähnliches soll ihm nun auf der Bank gelingen. VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler freute sich, die „Handball-Legende“ Sigurdsson zurück im Verein zu haben: „Er hat zum einen eine unfassbare Erfahrung als Spieler und brennt zum anderen auf seine neue Aufgabe als Trainer.“ Heiner Brand wird ihm sicher die Daumen drücken. (sid)

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