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Wird Cristiano Ronaldo (rechts) nicht fit, ruhen Reals Hoffnungen auf Gareth Bale (Mitte).

Real Madrid

Ronaldo zurück im Training

Real und der königliche Oberschenkel: Kurz vor dem Champions-League-Duell mit Bayern München kehrt Cristiano Ronaldo zurück ins Training. Sollte er dennoch zum Spiel ausfallen, gibt es einen fulminanten Plan B.

Weltfußballer Cristiano Ronaldo ist fünf Tage vor dem Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Titelverteidiger Bayern München ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Der 29 Jahre alte Portugiese absolvierte den ersten Teil der Übungseinheit am Karfreitag mit seinen Teamkollegen und spulte anschließend ein individuelles Programm ab. Auch der Brasilianer Marcelo trainierte wieder mit der Mannschaft auf dem Platz.

Ronaldo hatte sich am 2. April im Viertelfinal-Hinspiel gegen Borussia Dortmund (3:0) eine Oberschenkelblessur zugezogen, zudem laborierte der Angreifer an aus dem März stammenden Problemen mit der Patellasehne im linken Knie. Der Superstar hatte deshalb auch beim Sieg im Finale der Copa Del Rey gegen den Erzrivalen FC Barcelona am Mittwoch (2:1) nicht mitwirken können.

Real feiert Sieg über Barca

Bis in die Morgenstunden feierte das Starensemble von Real Madrid den triumphalen Pokalsieg gegen den Erzrivalen FC Barcelona am Mittwoch (2:1) - und vor allem den "Prinzen von Wales", auf dem auch am Mittwoch im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Bayern München (20.45 Uhr/ZDF und Sky) alle Hoffnungen ruhen.

Mit einem "einzigartigen Gigantentor", wie die Tageszeitung As überschwänglich titelte, hatte 91-Millionen-Mann Gareth Bale den Königlichen den ersten Titel seit 595 Tagen beschert. Superstar Ronaldo, den eine Verletzung im linken Oberschenkel auch in der Königsklasse zum Zuschauen zwingen könnte, spielte hoch oben auf der Tribüne des Mestalla-Stadions von Valencia bei der Bale-Show nicht einmal eine Nebenrolle, wenn auch das wenigstens mit Stil.

Im feinen Zwirn und mit lässiger Baseball-Kappe bejubelte der Portugiese frenetisch und völlig ausgelassen Bales Geniestreich in der 85. Minute. Nach einer missglückten Flanke von Barcelonas Star Lionel Messi bekam der Waliser den Ball an der Mittellinie, ließ Marc Bartra, der in der 68. Minute Madrids Führung durch Ángel di María (11.) ausgeglichen hatte, wie einen Anfänger stehen und düpierte zur Krönung noch Barca-Schlussmann José Manuel Pinto mit einem Beinschuss.

Angesichts des "meisterlichen" Sprints über 59,1 Meter in 7,04 Sekunden (30 km/h) schrieb die Marca von einem "Rennen für das ganze Leben", einem "imposanten Lauf des Prinzen von Wales" und taufte Bale in Anlehnung an den jamaikanischen Sprinterkönig bereits "Gareth Bolt". Der "echte" Usain Bolt, selbst leidenschaftlicher Fußballfan, meldete sich telefonisch vom Sprinttraining auf der Karibikinsel: "Es war ein Tor, das jeder Sprinter der Welt, auch ich, gerne eines Tages schießen würde. Er ist der schnellste Fußballer der Welt."

Der hatte allerdings sofort wieder mahnende Worte parat. "Es ist wichtig, dass wir jetzt nicht von unserem Weg abkommen, sondern mit den Füßen auf dem Boden bleiben", sagte Bale, der freilich auch beim Triumphzug zum Cibeles-Brunnen in der spanischen Hauptstadt im Mittelpunkt stand: "Bayern München hat eine großartige Mannschaft."

Bayern hofft auf Ronaldos Genesung

Der deutsche Meister hofft indes auf die rechtzeitige Genesung Ronaldos. "Weil ich es bevorzuge, wenn beide Mannschaften mit der bestmöglichen Aufstellung und den besten Spielern antreten können", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: "Und Ronaldo ist laut FIFA der beste der Welt." Die Chancen auf einen Einsatz des 29-Jährigen sind offenbar gestiegen, am Karfreitag kehrte er ins Mannschaftstraining zurück.

Gegen Barcelona reichte "nur" der Gala-Abend von Bale. "Das Ende der triumphalen Katalanen", schrieb die Marca über die einstigen Titelhamster, die wohl die letzte Chance auf einen versöhnlichen Saisonabschluss verspielt hatten. Trainer Gerardo Martino sprach von einem "natürlich sehr traurigen Moment". Da vor allem Messi, aber auch andere Stars wie Neymar oder Xavi derzeit nicht ihr Leistungsmaximum erreichen, seien noch "jede Menge Luft nach oben und viel Leben in der Mannschaft", versprach der Argentinier, "und unzählige Chancen auf Titel".

Für diese Spielzeit gilt dies auch wegen einer ganz bitteren Woche nicht. Nach dem Aus im Champions-League-Viertelfinale geriet Barca durch die Pleite beim FC Granada (0:1) auch in der Liga weiter ins Hintertreffen. Nun sorgte ausgerechnet Real für den vorläufigen Tiefpunkt. "Für die Fans tut es mir besonders leid. Aber Barca wird in den letzten Spielen noch mal alles geben", sagte Martino. (sid)

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